Tucheim/Paplitz l Die Zeit rennt davon. Um das Kirchspiel Gloine auch in den kommenden Jahren eigenständig aufzustellen, müssen sich Mitglieder für den Gemeindekirchenrat finden. Aufgrund der drängenden Situation hat sich in der vergangenen Woche Ortsbürgermeister Christian Köpke an die Öffentlichkeit gewandt: „Sollten sich bis morgen keine vier Bewerber gefunden haben, verliert das Kirchspiel auf Dauer seine Eigenständigkeit und würde von einer anderen Kirchengemeinde mitverwaltet“, macht er deutlich.

Wiederholung der Wahl ist problematisch

Problem ist, dass die Wahl des Gemeindekirchenrates wiederholt werden muss. Wenn die geplante Wiederholung nicht stattfinden kann, wird der Kreiskirchenrat nach Anhörung der Gemeinde in einer Gemeindeversammlung die Bildung eines gemeinsamen Gemeindekirchenrats mit einer Nachbargemeinde beziehungsweise mit einem benachbarten Kirchspiel anordnen, erklärt Pfarrer Thorsten Minuth, der für das Kirchspiel zuständig ist. Dabei würde seitens des Kirchenkreises dann auch entschieden, wie viele Vertreter das Kirchspiel Gloine in den neuzubildenden Gemeindekirchenrat entsenden darf.

Rechtlich gäbe es keine Vorbedingung, welcher Gemeinde das Kirchspiel Gloine zugeordnet werde. „Rechtlich gibt es keine Vorbedingung, welcher Gemeinde das Kirchspiel Gloine zugeordnet wird. Durch die begonnene Zusammenarbeit in der Region Fiener-Fläming ist es jedoch wahrscheinlicher, dass unser Kirchspiel an das Kirchspiel Ziesar oder Wusterwitz, Viesen, Flämingtor-Wollin oder Görzke angegliedert wird, als das es einer anderen Region des Kirchenkreises Elbe-Fläming angegliedert wird.“

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Interessen des Kirchspiels vertreten

Die Gemeindekirchenräte müssen nun neben der Arbeit in den Kirchspielen das Zusammenwachsen im Pfarramt gestalten: Wo ist gemeinsame Arbeit möglich und sinnvoll? Wie werden die Gottesdienstzeiten und Orte aufeinander abgestimmt? Was wird gemeinsam gestaltet und was findet weiterhin in den Kirchspielen statt? „Diese Fragen müssen durch die Gemeindekirchenräte der Kirchspiele in Absprache beantwortet werden.“ Hätte Gloine keinen Gemeindekirchenrat, gäbe es auch niemanden, der die Interessen des Kirchspiels den anderen Kirchspielen gegenüber vertreten würde.

In Gloine sind die Gemeindekirchenräte weiterhin für den Umgang mit den Ressourcen verantwortlich. Hier gibt es wichtige Fragen, sagt Pfarrer Minuth. Etwa welche Kirchen können weiterhin erhalten werden? Wie werden die Gebäude genutzt? Wo finden wie viele Gottesdienste statt? Was wird aus dem Pfarrhaus? Ist es in unserer wirtschaftlichen Situation möglich und ist es überhaupt noch sinnvoll, ein Pfarrhaus zu unterhalten?

Anmeldungen möglich

Für den Pfarrer stellt sich als wichtigste Frage, wie die kirchlichen Angebote künftig so gestaltet werden, dass die Menschen gerne daran teilnehmen und Gemeinde wieder Zukunft haben kann. Es gäbe somit also viele Ansätze, in denen Kirchenräte neben organisatorischen Aufgaben, kreativ tätig zu werden. Thorsten Minuth macht abschließend noch einen weiteren Punkt deutlich: „Als Pfarrer habe ich Interesse an einer selbstbewussten und starken Gemeindeleitung - und als Bürger habe ich ein unserer subidiär organisierten Republik ein hinteresse daran, dass auch Kirchengemeinden weiterhin stark genug bleiben, um öffentliche Aufgaben zu gestalten und somit unsere freiheitliche Ordnung zu festigen.“

Wer sich für den Gemeindekirchenrat engagieren möchte, hat heute und morgen die Möglichkeit, sich bei Christian Köpke anzumelden: 0160 /911 43 002 oder unter Email: christiankoepke@t-online.de.