Genthin l „Gack, Gack, Gack“, klang es am Freitag aus der Aula in Haus I des Bismarck-Gymnasiums Genthin nach draußen. Grund war nicht etwa eine Geflügelausstellung, sondern eine Gesangsprobe der sechsten Klasse mit dem Stück „Ich wollt‘ ich wär ein Huhn“. Die mehr als 60 Sänger bereiteten sich unter der Leitung von Musiklehrerin Anke Held auf einen besonderen Auftritt vor.

15 Lieder im Programm

Im Rahmen der Aktion „Klasse, wir singen“, sind die Genthiner am Sonntagnachmittag in der TUI-Arena in Hannover zu Gast und sangen gemeinsam mit rund 4000 anderen Kindern verschiedene Lieder eines vorgegebenen Repertoires, das klassische Volkslieder, wie auch Evergreens und Traditionals umfasste.

Dazu gehörten deutsche Klassiker wie „Alle Vögel sind schon da“ aber auch das gälische Lied „Morning has broken“ und der Dschungelbuchrenner „Versuchs mal mit Gemütlichkeit“. All diese Stücke haben die Genthiner Schüler in den vergangenen Wochen gelernt und mit kleinen Gesten, Körperbewegungen versehen, wodurch auch eine ansprechende Bühnenpräsentation entstand, wie sie auch dem offiziellen Chor des Gymnasiums zu eigen ist.

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Afrikanisches Lieblingslied

Zum Lieblingslied der Genthiner kristallisierte sich in der sechswöchigen Probenzeit das afrikanische Volkslied „Siya Hamba“ heraus. „Man lernt viele Lieder kennen, die ich noch nicht gesungen habe“, berichtete Angelina aus der 6/1. Zu ihren Favoriten zählen die Weise „Kein schöner Land“ und „Nach dieser Erde“. Für Marc aus der 6/3 ist die klassenübergreifende Chorarbeit ebenfalls spannend: „Ich finde das eine gute Sache, weil wir diese Lieder sonst nicht singen“.

Auf den Auftritt in Hannover war er sehr gespannt. Lehrerin Anke Held hatte von der Singaktion schon vor Längerem gehört. „Hannover ist für uns günstig, da die Anreise nicht so weit ist“, erläutert sie die erste Teilnahme ihrer Schule. Die Fahrt nach Niedersachsen wurde durch den Förderverein des Gymnasiums finanziert. „Für uns ist eine solche Jahrgangsaktion unbedingt förderfähig“, befand der Vereinsvorsitzende Sebastian Eckold. „Nicht nur die Reise, sondern auch der Auftritt stärkt die Klassengemeinschaften und sorgt für neue Kontakte und Eindrücke.“ Das machte am Freitag auch der Initiator der Sing-Aktion Gerd-Peter Münden bei der Eröffnung der Wochenend-KOnzertreihe deutlich.

Singen könne jeder, Jungen wie Mädchen, Behinderte wie Nichtbehinderte, Deutsche wie Migranten. Der Braunschweiger Domkantor warb für das gemeinsame Singen in der Familie: „Eine Elterngeneration, die mit ihren Kindern ein Lied nicht singt, und das Lied ist tot.“ Bei den sieben Konzerten in Hannover, die von Freitag bis Sonntag veranstaltet wurden, traten rund 30.000 Kinder der Klassen 1 bis 7 auf.