Kindergarten

Kleinwusterwitzer „Gänseblümchen“ schnuppern Stallluft

Wissenswertes über gesunde Ernährung, Landwirtschaft und über die einheimischen Tiere erfuhren die Kinder der Kita „Gänseblümchen“ Kleinwusterwitz in den zurückliegenden Projektwochen und während der Exkursion zum Agrarbetrieb Demsin.

Von Thomas Skiba
„Wenn ich groß bin, fahre ich Mähdrescher“, riefen die Mädchen und Jungen vor Begeisterung, als sie auf die  riesige Maschine klettern durften.
„Wenn ich groß bin, fahre ich Mähdrescher“, riefen die Mädchen und Jungen vor Begeisterung, als sie auf die riesige Maschine klettern durften. Foto: Thomas Skiba

Kleinwusterwitz - Traktoren, Mähdrescher und Kühe sind Max und Lea von der Kleinwusterwitzer Kita „Gänseblümchen“ nicht unbekannt. Auch woher das Brot kommt und wie Weizen und Roggen angebaut und geerntet werden, kennen die Mädchen und Jungen aus ihrem Umfeld. Und doch hat das „Leben auf dem Bauernhof“ für die Kinder aus Demsin, Kleinwusterwitz und Roßdorf immer wieder etwas Spannendes.

Vor kurzem besuchten die Kleinen den Agrarwirtschaftsbetrieb Demsin, Anlass der Entdeckungsreise war der Abschluss des gut zweimonatigen Projektes „Das Leben auf dem Bauernhof“. Hier durften nach Herzenslust Kälber gestreichelt, auf einem Mähdrescher geklettert und Stroh geschaufelt werden. „Nicht alle Kinder kennen die Haus- und Nutztiere aus eigenem Erleben“, sagt Kita-Leiterin Marita Hänschen.

Mit der Exkursion wollten die Erzieher unter anderem erreichen, dass die Kleinen „mal einigen Tieren hautnah gegenüber stehen und nicht nur von Bildern kennen“. Doch das geschah nicht einfach so.

Schon in den Wochen vorher gab es in der Kita immer wieder dem Thema angepasste Projekte, unter anderem studierten die Kinder das Leben auf dem Land anhand von Bilderbüchern.

Speziell auf die Kinderzugeschnitten

Die Erzieher machten es sich zur Aufgabe, die Materie ganzheitlich aufzubauen.

Gestaffelt nach dem Alter der Zöglinge und deren Interessen, teilten die Erzieher sie in eine grüne, rote und gelbe Gruppe ein, erstellten Projekt-Hefter mit detaillierten Zielen wie speziell auf die Kinder zugeschnittenen Aufgaben und auch Wissensgebiete. So flossen verschiedene Kategorien in die Stoffsammlung, wie Mathematik, Technik oder Naturschutz und Nachhaltigkeit.

Sprache und Musik kamen nicht zu kurz

Natürlich kamen auch Sprache und Musik nicht zu kurz, sagt die Kita-Leiterin: „Wir übten neue Lieder ein, hörten uns Tierlaute und Vogelstimmen an und lasen Geschichten vor.“ Wenn die Größeren schon selbst kleine Erzählungen über das Fahren mit dem Traktor oder das Pflügen der Äcker erzählten, lernten die Kleineren, Tiere zu benennen und auf Bildern zu zeigen.

Auch das Lernen und Unterscheiden von Getreidesorten gehörte dazu. „Nachhaltigkeit und Wertschätzung im Umgang mit der Natur stehen dabei immer im Focus“, sagt Erzieherin Anne Mäser und da sei das Erfassen des Themas mit allen Sinnen genau der richtige Ansatz. „Fühlen, Schmecken, riechen, hören“ – für jeden einzelnen Sinn gab es genug auf dem Agrarhof zu erfahren.

So vertiefen sich die Eindrücke bei den Kindern, wissen die Erzieher und das erworbene Wissen bleibt erhalten.

Verantwortungsvoller Umgang mit dem Essen lernen

Wer einmal eine Kuh gefüttert, Stallluft gerochen und das Klappern der Boxengitter hörte, vergisst es nicht mehr und wird Tiere wie auch die Arbeit der Landwirte achten. „Mehr denn je ist es für die Kinder wichtig zu wissen, woher die Lebensmittel kommen“, betont Kita-Chefin Hänschen und sagt: „Und dass sie mit dem Essen verantwortungsvoll umgehen, denn da steckt viel Arbeit drin.“

Auch im nächsten Jahr plant das „Gänseblümchen“-Team ähnliche Projektwochen.

Viele Hände machen der Arbeit schnell ein Ende. Ein Anhänger wird mit Stroh beladen.
Viele Hände machen der Arbeit schnell ein Ende. Ein Anhänger wird mit Stroh beladen.
Foto: Thomas Skiba
Selbst die Kleinsten staunten über so viel Trubel auf dem Bauernhof.
Selbst die Kleinsten staunten über so viel Trubel auf dem Bauernhof.
Foto: Thomas Skiba
Kälbchen streicheln und beim Füttern zugucken war für die Kinder interessant.
Kälbchen streicheln und beim Füttern zugucken war für die Kinder interessant.
Foto: Thomas Skiba