Jerichow l Manuela Pelloth steht gerne vor ihrem Lieblingsbaum in der Jerichower Klosteranlage. Es ist eine Linde, irgendwie sieht sie kahl aus. Sie ist abgestorben. Doch ganz unten am Stamm lugt Grünes hervor. Es ist eine Kletterpflanze, die sich langsam ihren Weg nach oben bahnt. „Die Clematis gibt dem Baum Leben zurück“, sagt Manuela Pelloth. Die Floristin pflegt und hegt die Gartenanlagen auf dem Gelände des Klosters Jerichow. „Ich habe das Gefühl, mit der Arbeit im Garten etwas geschafft zu haben“, sagt sie lächelnd.

Ausbildung zur Floristin

Sie liebt das Kloster, sie liebt ihre Heimat. Aufgewachsen ist sie in Parey. Und sie ging dort in die Realschule. „Mein Wunsch war es von Anfang an, hier in der Region zu bleiben“, sagt sie. Das beeinflusste auch ihre Berufswahl. Schon in der 9. Klasse machte sie beim „Genthiner Gartenbau“ ein Praktikum. Das zeigte Wirkung. Nach ihrem Schulabschluss bewarb sie sich. „Mit meinem Bruder bin ich immer wieder dorthin gefahren. Eigentlich wollte das Unternehmen keine Lehrlinge nehmen, aber ich hatte letztendlich Glück“, so die elanvolle Frau. Dort absolvierte sie nun ihre Ausbildung und lernte alles, was einen guten Floristen ausmacht. „Ich habe mich am Anfang durch den Laden geputzt, dann die Ware angeschaut, den Umgang mit den Kunden gelernt, zum ersten Mal verkauft“, erinnert sie sich.

Sehr viel Lernen war angesagt. „Manchmal war es zum Verzweifeln, aber ich habe mich durchgebissen“, meint sie stolz. Zur Arbeit gehörten: Stecklinge zu ziehen, Pflanzen in Töpfen zu kultivieren, das Aussäen der Pflanzen, sie richtig zu verpacken und die Pflege an sich. Und sie blieb 20 Jahre da, wo sie ihren beruflichen Weg begonnen hat.

Eine "Kräuterhexe"

Ihre Kinder Pascal (18) und Fiona (12) kamen zur Welt. 2017 nun suchte sie eine neue Herausforderung. „Ich bin ja eine kleine Kräuterhexe und viele sagten schon früher, unsere Familie gehört in ein Kloster.“ Und wie passend: Am Valentinstag 2017 führte sie ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

Der Garten ist inzwischen wie eine zweite Heimat geworden. Es gibt auch da viel zu tun. Gestern hat sie das Schild „Paradiesgarten“ am Westportal abgenommen. „Wir müssen diesen Bereich neu gestalten. Der Gartenabschnitt ist im Zuge der Bundesgartenschau entstanden und wir müssen den Bereich zügig umgestalten, um ihn wieder zu seiner ursprünglichen Bedeutung zurückzuführen“, sagt Klosterchef Bernd Witt. Das Teilkonzept für den Innenbereich des Klosters steht. Aber der Außenbereich sei noch nicht vollumfänglich berücksichtigt worden. „Ich möchte schon einen Klostergarten haben, der zur wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung des Klosters beiträgt“, so Witt. Hier baut er auch auf die Erfahrung und Kompetenz von Manuela Pelloth, auch mit historischer Note. Raps und Kartoffeln gibt es nicht im Kloster. „Die wurden im Mittelalter nicht angebaut“, so die Floristin.