Umwelt

Knöterich-Plage im Stadtwald

Im Genthiner Wald wächst Staudenknöterich. Weil der die natürliche Vegetation verdrängt, muss er aufwändig entfernt werden.

Von Kristin Schulze

Genthin l Auf einer etwa 4500 Quadratmeter großen Fläche im Genthiner Stadtwald wächst Knöterich. Der ist hier unerwünscht, weil er die natürliche Vegetation verdrängt, sagt Steffen Lieder. Der Revierleiter im Landeszentrum Wald war am Dienstag mit den Mitgliedern des Umweltausschusses im Wald nahe Karow, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Wie kommt der Knöterich überhaupt in den Wald? Wahrscheinlich hat ihn ein Gartenbesitzer eingeschleppt. „Diese Pflanze wächst hier nicht, vermutlich hat jemand hier illegal seine Gartenabfälle entsorgt“, sagt Steffen Lieder. Den Salat beziehungsweise den Knöterich hat nun die Stadt. Denn Fallopia sachalinensis, so die lateinische Bezeichnung des Staudenknöterichs, verbreitet sich rasant. „Das Problem begleitet uns seit zwei Jahren, gegenwärtig ist eine Fläche von 4500 Quadratmetern betroffen.“

Die ist mittlerweile mit rot-weißem Absperrband gekennzeichnet, was freilich den Knöterich nicht vom Wachsen abhält. Dessen Wuchs hat negative Auswirkungen auf die Flora des Waldes: „Dadurch wird die natürliche Vegetation verdrängt“, erklärt Lieder. Und: „Wenn wir hier junge Bäume pflanzen, beeinträchtigt uns das stark.“

Die Bekämpfung des unerwünschten Gewächses ist schwierig. „Knöterich lässt sich nicht ausrotten, durch gezielte Kontrollen können wir aber eine weitere Ausbreitung verhindern.“ Die Möglichkeiten, gegen Knöterich vorzugehen, sind vielseitig. Steffen Lieder zählt auf: Mähen, mulchen, ausreißen. Möglich sind auch der Einsatz von Herbiziden und Heißdampf. Auch eine Beweidung der Fläche durch Schafe oder Ziegen kann den Knöterichbestand schwächen.

„Herbizide wollen wir im Wald nicht“, sagt Anett Lucke. Die Ingeneurin für Garten- und Landschaftsbau, die in Genthin für Grünflächen, Bäume und Kommunalwald zuständig ist, schließt damit den Gebrauch von chemischen Mitteln aus.

Den Anti-Knöterich-Plan der Stadt erläutert Bürgermeister Thomas Barz: „Er wird bei einer entsprechenden Austriebhöhe mit dem Freischneider beseitigt. Der Austrieb wird beobachtet und dann im Bedarfsfall erneut beseitigt. Durch die Kennzeichnung mittels Warnband lässt sich dann ermitteln, ob und in welchem Ausmaß die weitere Ausbreitung erfolgt. Davon ist das weitere Vorgehen abhängig.“

Steffen Lieder ergänzt, dass es um Schadensbegrenzung geht. „Komplett los werden wir das hier vorläufig nicht.“ Das Problem hat Genthin nicht exklusiv. Knöterich ist als Neophyt eingestuft, also als Pflanze, die sich in Gebieten ansiedelt, in denen sie nicht heimisch ist. Sie wird seit 2013 auf der Managementliste invasiver Gefäßpflanzenarten des Bundesamts für Naturschutz geführt.