Parchen l Das gibt es nicht mehr häufig: Unter Glockengeläut zogen 22 Jubelkonfirmanden von der Gaststätte Herget aus gemeinsam zum Gottesdienst in die mit Buchsbaum-Sträußchen geschmückte Kirche. „Ganz traditionell, das war uns allen sehr wichtig", sagt Marika Schröder, Organisatorin und selbst goldene Konfirmandin. Seit Anfang 2018 war sie damit beschäftigt, Jubelkonfirmanden aus den Kirchenbüchern herauszusuchen und Adressen ausfindig zu machen.

70 Teilnehmer vor Ort

Etwa 70 Ehemalige schrieb sie an. Weniger als die Hälfte feierte letztlich in Parchen die sonntägliche Jubelkonfirmation, bei der sie ihr Bekenntnis zu Gott erneuerten. „Wir wollten einen feierlichen Gottesdienst mit moderner Note, diesem Wunsch ist dank der Mithilfe von Pfarrerin Wohlfarth und Organist Andreas Plancke entsprochen worden", resümiert Marika Schröder im Namen der Jubelkonfirmanden.

Eigens für den Gottesdienst gründete sich ein Projektchor, der die Andacht begleitete, unter anderem erklang ein für die Jubelkonfirmation geradezu innovatives Osterlied aus der Finnischen Messe. Mit dabei war wiederum Andreas Plancke. Gemeinsam mit einer katholischen Chorsängerin praktizierte der Neuapostole mit den evangelischen Gläubigen ein Stück Ökumene.

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Glaube und Unglaube

Vor Einsegnung und Abendmahl setzte Pfarrerin Wohlfarth eine kurze Predigt, in deren Mittelpunkt sie die Geschichte vom ungläubigen Thomas aus dem Johannes-Evangelium setzte. Die Geschichte erzählt vom Glauben und Unglauben, vom Zweifeln der Menschen insgesamt. Im Anschluss an den Gottesdienst kamen die 22 Jubelkonfirmanden in der Gaststätte Herget zu einem gemütlichen Nachmittag zusammen.

Marika Schröder hatte zu diesem Anlass nach Erinnerungsgegenständen an ihre Konfirmation vor 50 Jahren gesucht und war fündig geworden. In Zeiten des real existierenden Sozialismus, erinnert sie sich, war die Konfirmation nicht gerade angesagt. Die Jugendweihe sei groß gefeiert worden und zur Konfirmation gab es Kaffee und Kuchen. „Das war doch damals so." Viele Geschenke erhielt sie zu ihrer Jugendweihe, zur Konfirmation hingegen eine einzige Glückwunschkarte, die sie bis heute aufbewahrt hat und die sie den Jubelkonfirmanden präsentierte.

Sie kam aus dem Westen von einer entfernten Verwandten aus Reit im Winkl (Bayern). Die Jugendweihe war hingegen in Parchen vor 25 Jahren völlig out. Der komplette Jahrgang entschied sich nur für die Konfirmation und gegen die Teilnahme an der Jugendweihe. Von den jetzigen silbernen Konfirmanden war allerdings nur Stefanie Fraude vertreten. Die übrigen sechs waren verhindert.
In Parchen wird alle zwei Jahre Jubelkonfirmation gefeiert.