Das ist der Trompeter Simon Höfele

1994 in Gross-Umstadt geboren

Mit sieben Jahren Trompetenunterricht in Darmstadt

Jungschüler von Reinhold Friedrich mit mit 14 Jahren

2016 wurde ihm der Förderpreis der Mozart-Gesellschaft Wiesbaden verliehen

Höfele ist BBC Radio 3 New Generation Artist

„Mysteries“ heißt das im Februar erschienen Album von Simon Höfele. Zu hören sind zeitgenössische Stücke der vergangenen fünf Jahrzehnte

Karow l Birmingham, Stuttgart, Berlin und Karow. All diese Orte haben eines gemeinsam: Sie waren 2018 Gastspielorte des jungen Starttrompeters Simon Höfele. Mag sich noch mancher über die Vorschusslorbeeren wundern, mit denen der 23-Jährige bedacht wird, in Karow wurde deutlich, dass alles Lob gerechtfertigt ist.

Besucher und Musiker trotzen der Hitze

Höfele gilt als Ausnahmetalent, als einer der spannendsten jungen Trompeter seiner Generation. Mit seiner Klasse hat er bereits beim Schleswig-Holstein Musikfestival und beim Rheingau Musik Festival für Aufmerken gesorgt.

Im Rahmen der Altmark-Festspiele präsentierten Simon Höfele und Musiker der Magdeburgischen Philharmonie ein famoses Programm in der Karower Kirche, das trotz der hochsommerlichen Temperaturen auf große Besucherresonanz stieß.

Bilder

Telemann im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt standen barocke Stücke vor allem von Georg Philipp Telemann. Mit dem Quartett G-Dur aus der „Tafelmusik“ begann der Nachmittag. Marco Reiß (Violine), Ingo Fritz (Violine), Georgyi Lomakov (Violincello) und Wolfram Wessel (Kontrabass) bestritten einen Auftakt, der spannungsreich zwischen den getragenen und schnellen Passagen wechselte. Schon hier zeigte sich, dass die Magdeburger Musiker mehr sein würden, als begleitendes Beiwerk.

Deutlich wurde es bei Johann Wilhelm Hertels Konzert Nr. 3 D-Dur. Verstärkt von Anne von Fabeck an der Viola und dem Intendanten der Festspiele Reinhard Seehafer am Cembalo, bildeten die Musiker das Fundament, auf dem die Trompetenklänge brillieren konnten.

Schwebende Töne

Höfeles Einstieg im Allegro: Klar und sanft, fast entlockte er der Trompete oboenhafte schwebende Töne. Im Largo dominierten lange hohe Töne, die dem Musiker Konzentration und Kraft abforderten. Immer wieder sah man ihn durchatmen, Luft holen für das gelunge Vivace, bei dem eine fanfarenhafte Melodie zu Besten gab.

Vor der Pause präsentierten die Magdeburger Musiker Telemanns Sonate Nr. in D-Dur in einer verspielt beschwingte Weise, die den barocken Charakter besonders betonte. Elegant getragen geriet Johann Sebastian Bachs Klassikhit „Air“ im zweiten Teil des Konzertes. Leise, bedächtig und doch exakt akzentuiert gelang das Stück.

Trompete trägt den Klang

Seinen zweiten Auftritt an diesem Nachmittag hatte Simon Höfele bei Tomaso Albinonis Konzert B-Dur (Op. 7). Nach einem sehnsuchtsvollen melancholischen Einstieg, breitete sich im zweiten Allegro der ganze barocke Glanz der Musik aus, die in diesem Augenblick ganz von Höfeles Trompete getragen wurde.

Mit Ausschnitten aus Telemanns „Burlesque de Quixotte“ (TWV 55) endete das Konzert. Auch wenn diese Suiten nicht sehr spektakulär anzuhören sind, bildeten sie einen feierlichen wohlklingenden Abschluss. Als kleine Beigabe gab es noch einen Telemannschen „Wirbelwind“ als kleines Schmankerl.

Beginn einer neuen Zusammenarbeit

Dem Publikum machte der Nachmittag Spaß, auch weil das hochkaratige Ensemble sich in der barocken Kirche besonders ins Zeug legte. „So wenige Instrumente und ein so voller musikalischer Glanz“, befand Birgit Baumgärtel vom Förderverein Karower Kirche im Namen der Zuhörer. Nicht nur sie wünschte sich ein erneutes des sommerliches Konzert im kommenden Jahr.

 „Wir wären sehr gern erneut in Karow zu Gast“, machte Festspielchef Reinhard Seehafer Hoffnung. „Wir unterstützen sehr gern bürgerschaftliches Engagement und die Sanierung und erhalt von Gebäuden wie der Karower Kirche.“ Ein Engagement, dem sich auch Trompeter Höferle verschrieben hat. Mit seinem Verein „Kunstverlust“ porträtiert er Menschen, die sich aktiv für Kunst und gegen deren Zerstörung einsetzen.

Herzliche Atmosphäre

Auch Höfele lobte die familiäre und herzliche Atmosphäre, die er in Karow vorgefunden hatte. Die Mitglieder des Kirchenfördervereins, des Heimatvereins und der Ortsfeuerwehr hatten rund um das Konzert eine kleine Feier organisiert und luden mit einer Kaffee- und Kuchentafel, sowie mit Wein und Bratwurst zum geselligen Beisammensein ein. Dabei mischten sich auch die Musiker unter die Besucher und es wurde geplaudert und gelacht.

„Wir haben bereits weitere Termine in Planung“, berichtete Marita Sontowski, Vorsitzende des Vereins der Heimat und Naturfreunde Karow. So sei die Kirche zum Tag des offenen Denkmals am 9. September geöffnet. Am 22. September gibt es das nächste Bulli-Treffen und am 7. Oktober das Erntefest.

Die Altmark-Festspiele werden am 11. August mit einem A-Capella-Konzert der Gruppe „Pust - Six Voices“ fortgesetzt. Dieses Konzert findet im Freilichtmuseum Diesdorf statt.