Genthin l Bestens besucht war das kleine Konzert der Absolventen der Kreismusikschule Burg/Genthin am Nikolaustag. Mit dabei waren die Geigenschüler Martina Bühler, Jule Schmeichel, Bao Ngoc Vu, Conrad Ritzke und Gisela Rau. Im Begleitprogramm der derzeit laufenden Ausstellung „Bildung als Schlüssel zur Welt“ im Kreismuseum Genthin zeigten die Geigenschüler, dass auch die musikalische Förderung ein Schlüssel zur Welt sein kann.

Ungewöhnliches Programm

„Musikalische Bildung ist gut für die Seele und prägt für das ganze Leben“, befand denn auch Lehrerin Oksana Reiter, die die Leitung der Darbietungen übernommen hatte. Nicht nur bekannte Weihnachtslieder brachte das Ensemble zu Gehör, auch ungewöhnliches wie den Chor aus der Oper „Der geduldige Sokrates“ mit dem Titel „So frohlocket, ihr Seelen“ von Georg Philipp Telemann. „In diesem Jahr feiern alle Telemann, das möchten wir auch tun“, so Lehrerin Reiter.

Auch die schwungvolle Polka „Bahn frei“ von Eduard Strauss gehörte zum Programm. Das schmissige Stück ist zwar kein ausgewiesenes Weihnachtslied, geht aber durchaus als Wintermusik durch, wurde es doch einst als Musik für den Februarball der Angestellten der Kaiser Ferdinands-Nordbahn komponiert.

Zuhörer singen mit

Richtige Weihnachtsstimmung kam auf, als die Geiger das Lied „Fröhliche Weihnacht überall“ anstimmten, die gesamte Besucherschar einstimmte und den Text mit Hingabe vortrugen. „Das haben Sie sehr schön gemacht“, befand Oksana Reiter. Ihre Schüler spielten kurze weihnachtliche Stücke aus Frankreich und den USA. Die Klänge wurden durch das Pianospiel begleitet. Martina Bühler trug zusätzliche ein Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff vor.

Ein wenig aufgeregt sei sie gewesen, verriet sie danach, aber das gehöre zu solch einem Auftritt auch dazu. Oksana Reiter fragte zum Ende des Konzertes die Zuhörer: „Soll ich noch einen kleinen Spaß machen?“ Das sollte sie und gab als Zugabe den Radetzky-Marsch auf der Geige zum Besten.

Conrad Ritzke fungierte sozusagen als Johann Strauss und gab dem Publikum den Einsatz zum Mitklatschen. So wurde der besinnliche Nachmittag schmissig beendet. Die Schüler seien allesamt seit über einem Jahr in der Musikschule, erklärte Oksana Reiter nach dem Konzert. Die Älteste in der Runde war übrigens Gisela Rau. Sie gehe in die Musikschule, um ihre Fähigkeiten aufzufrischen. Die Ausstellung zur Schulgeschichte auf der Sonderfläche des Kreismuseums läuft noch bis Ende Januar 2018.