Genthin l Seit 29 Jahren gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Genthin und dem nordrhein-westfälischen Datteln. Jüngst lebte die Partnerschaft wieder stärker auf. Am Sonntag setzte ein vierstündiges Konzert im Stadtkulturhaus mit vier Orchestern aus Genthin und Datteln eine musikalische Note.

Kulturelle Ebene

„Es war ein beeindruckendes Konzert", zog Marina Conradi von der Stadt Genthin ein positives Fazit. Sie koordinierte das Konzert für den Tourismusverein, zu dem sich die kommunen Genthin, Jerichow und Elbe-Parey zusammengeschlossen haben. Man habe die Verbindung zwischen Genthin und Datteln auf der kulturellen Ebene gestärkt. Den Gästen gefiel der Auftritt so gut, dass sie anregten, dass sowohl das Genthiner Blasorchester, als auch die Kartoffelköniginnen nach Datteln eingeladen wurden. „Umgekehrt können wir uns vorstellen, das Konzert als Beginn einer neuen Reihe zu sehen, in der es weitere gemeinsame Konzerte gibt“, regt Marina Conradi an. Denn im kommenden Jahr bestehe die Städtepartnerschaft seit 30 Jahren, dass sei Grund genug diese zu feiern.

Ein Ansinnen, das auch in Datteln mit Wohlwollen aufgenommen wird. Aufgrund der dort noch laufenden Ferien gab es noch keine konkrete Reaktion, nur so viel aus der Dattelner Verwaltung: „Das ist eine Idee, die man nur gut finden kann.“

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Im Stadtkulturhaus spielten neben dem Genthiner Blasorchester und dem Musik-Express sowie den Original Fienerländer Musikanten auch das Elternorchester aus Datteln.

Musikalische Stärken präsentiert

Die vier Ensembles präsentierten ihr musikalischen Stärken: So spielten die Fienerländer schwungvolle Melodien aus dem Bereich der Polka, das Blasorchester hatte Evergreens und Schlager im Repertoire, beim Musik-Express wurde es etwas poppiger und das Dattelner Ensemble spielte maritime Hits und Karnevalsohrwürmer. Einige Stücke wurden sogar mit Gesang untermalt.

Eine Besonderheit beim Auftritt der Gäste aus Datteln war, dass sie von je einem Musiker aus dem Genthiner Blasorchester und dem Musik-Express unterstützt wurden.

Zeichen für Zusammenhalt

Für Gunnar Köppen, Kopf der musikalischen Koordinierung des Bühnenprogrammes, war insbesondere dies ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt der Gruppen aus den beiden Städten. Er zeigte sich nach dem Konzert äußerst zufrieden: „Voller Saal! Alles ausverkauft! Tolle Gäste!“, brachte er es auf den Punkt. Insbesondere die drei Titel, die alle Orchester gemeinsam gespielt haben, seien gelungen und kamen beim Publikum bestens an. Auch in Genthin war die Unterstützung groß.

Die Kartoffelköniginnen Nicole Dittler und Ivonne Renner kümmerten sich um die Garderobe der Gäste, die Abiturienten des Bismarck-Gymnasiums lieferten das Kuchenbuffet und CCW-Mitglied Axel Lorenz, führte humorvoll durch das Programm.

Idee kam am Jahresbeginn

Entstanden war die Idee des Ost- und West verbindenden Konzertes während des Besuches einer Genthiner Delegation in Datteln. Die Stadträte Lutz Nitz (Die Grünen), Horst Leiste (SPD) und Norbert Müller (CDU) hatten zu Beginn des Jahres gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) die Partnerstadt besucht und dort den ersten Vorstoß für eine solche Veranstaltung unternommen.

Die Dattelner machen regelmäßig Orchesterreisen. Diese führten sie zum Beispiel in die englische Stadt Cannock und nach Südfrankreich. „In diesem Jahr haben wir gesagt, wir wollen unsere Partnerstadt Genthin besuchen“, hatte der Orchesterleiter Dieter Sonntag im Gespräch mit der Volksstimme berichtet.

Und die jüngste Reise nach Genthin wurde sehr umfangreich begangen. Nicht nur mit dem Konzert, auch habe man mit den Beteiligten lange zusammengesessen, Adressen ausgetauscht und einen bleibenden Kontakt vereinbart.