Genthin l „Das Kreismuseum in Genthin zu schließen und nach Jerichow zu verlegen, ist mit uns nicht zu machen“, echauffierte sich Stadtrat Lutz Nitz (Die Grünen/LWG Fiener) über eine Idee, die Landrat Steffen Burchhardt (SPD) während eines Besuches von Kloster Jerichow aufgeworfen hatte. Genau dorthin könnte nach dem Gedankenspiel des Landrates das Kreismuseum verlegt werden. „Das ist ein falscher Weg“, machte der Stadtrat Nitz seinem Unmut weiter Luft. Er forderte einen „vernünftigen Anbau“, ähnlich wie es in Burg mit der dortigen Bibliothek geschehen sei.

Anregungen aus dem Stadtrat

Zudem regte Nitz die Einstellung einer Museumspädagogin an, die speziell die Arbeit mit Schulklassen und Jugendlichen übernehmen solle, um die derzeitige Museumsleiterin Antonia Beran zu unterstützen. Eine weitere Idee des Grünen-Stadtrates war eine Resolution gegen eine Zusammelegung des Museums mit dem Kloster, die seitens der Stadt auf den Weg gebracht werde.

Unterstützung bekam der Grüne von Horst Leiste (SPD): Wir müssen das Museum erhalten, denn was soll Genthin noch alles verlieren?“, fragte er. „Wir müssen dafür sorgen, dass nicht alle Institutionen niedergemacht werden“, meinte Leiste aufgebracht.

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Konstruktiverer Austausch gefordert

Moderater formulierte seine Bedenken der Vorsitzende des Genthiner Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses Gordon Heringshausen (CDU): „Die vom Landrat initiierte Diskussion, die gerade geführt wird, ist meines Erachtens sehr heikel. Denn sie verknüpft die Wertigkeit eines Museum mit seiner Größe und seinem Standort.“ Man dürfe darüber nachdenken, ob Synergien zwischen Stätten der Kultur in einer Region zu nutzen seien. „Allerdings wäre es wahrscheinlich konstruktiver gewesen, diese Ideen nicht beiläufig ‚fallen zu lassen‘, sondern im Vorfeld mit den Beteiligten in einen Austausch zu treten.“

Heringshausen mahnt aber auch Selbstkritik bei den Genthinern an. Man müsse sich fragen, welche gesellschaftliche Relevanz das Kreismuseum „für uns alle“ habe. Man müsse die Aufgaben des Museums für Stadt und Landkreis hinterfragen und sich klarmachen, dass es im Rahmen der finanziellen Ausstattung nicht immer so weitergehen könne wie bisher.

Wert für die nächsten Jahre

„Zudem müssen sich alle Genthiner die Frage gefallen lassen, wann sie selber das letzte Mal im Museum in Genthin waren.“ Heringshausen schlägt vor zu überlegen, wie das Museum zu einem Ort gestalten werden kann, wo über Vergangenes und zugleich über die Ideen, Fragen und Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nachgedacht werde. „Hier sehe ich den Wert des Kreismuseums auch für die nächsten Jahre in Genthin.“

Möglicherweise ist das letzte Wort über das Kreismuseum in Genthin noch nicht gesprochen, denn Landrat Steffen Burchhardt brachte beim Klosterbesuch auch die Option ins Gespräch, das Museum am derzeitigen Standort in Genthin grundhaft zu sanierten oder eventuell neu zu errichten. Die Zusammenlegung war demzufolge nur eine weitere Möglichkeit. Die Vorstandsmitglieder der Klosterstiftung nahmen den Vorschlag eher bedächtig auf: Ja – doch der sakrale Charakter der Anlage dürfe nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Meinung gefragt

„Alle Investitionen und Projekte müssen sich mit dem Charakter der Anlage vertragen“, hatte Vorstandsmitglied Roland Maiwald verdeutlicht und auf die Einigkeit mit den Stiftern hingewiesen.

Welche Meinung haben Sie zur Zukunft des Kreismuseums? Was möchten sie im Museum sehen? Antworten können sie via E-Mail: redaktion.genthin@volksstimme.de oder telefonisch unter 03933/873422 oder -63.