Genthin/Stendal l Mit insgesamt 80 Beamten und Sprengstoffhunden war die Polizei am Donnerstag, 24. August, im Einsatz – neben Genthin auch in weiteren kleineren Orten im Jerichower Land, im Landkreis Stendal, im Nachbarbundesland Brandenburg und in Thüringen. Gefunden haben die Ermittler Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Funde nicht abgegeben

Nach Auskunft von Frank Küssner, Sprecher der Spolizeidirektion Nord, waren unter anderem Magazine, Handgranaten und Munitionsreste dabei. Mehrere Personen im Alter von 29 bis 49 Jahren wurden wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verhaftet. Zu verantworten haben sie sich auch, weil sie unerlaubt mit Metalldetektoren nach den Kriegsresten gesucht und die Bodenfunde nicht abgegeben haben.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich bei den Verhafteten um Sammler von Militaria handelt. Sie haben sich das Niedrigwasser an der Elbe zunutze gemacht und die Kriegswaffen bei Tangermünde/Fischbek aus der Elbe geholt. An der Stelle hatten kurz vor Ende des Weltkrieges Teile der 12. Armee unter dem Oberbefehlshaber Walther Wenck die Elbe überquert und dabei Teile der einige Wochen zuvor gesprengten Brücke genutzt. Sie hinterließen eine Menge Material, was auf dem Elbgrund liegt.

Verkauf nicht auszuschließen

„Wir gehen zunächst davon aus, dass die Personen die Dinge für sich gesamelt haben“, sagte Polizeisprecher Küssner am Freitag. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass sie die Funde auch weiterverkaufen wollten. „Bald ist Havelberger Pferdemarkt. Dort werden regelmäßig solche Gegenstände angeboten“, so der Polizeisprecher. Weitere Erkenntnisse erhofft sich die Polizei durch die noch ausstehenden Verhöre.

Zeugen hatten die Sammler an der Elbe beobachtet und die Polizei verständigt. Bei der Durchsuchung haben die Ermittler außer den Waffen und der Munition auch nicht zugelassene pyrotechnische Erzeugnisse und Cannabispflanzen gefunden.

Ähnlicher Fund vor drei Jahren

Einen ähnlichen Waffenfund machte die Polizei bereits vor drei Jahren in Genthin. Seinerzeit hatte die Polizei eigentlich einen Haftbefehl vollstrecken wollen, während der Fahndung nach dem Gesuchten in dessen Wohnung stießen die Beamten auf rund 200 Gramm Sprengstoff, scharfe Munition, alte Waffen aus Militärbeständen und Nebelwurfkörper.