Genthin/Kopenhagen l Seit einigen Jahren ist die in Genthin geborene und aufgewachsene Stephanie Homa unter dem Namen „Super Future Kid“ in der internationalen Kunstszene aktiv. Bis Mitte November läuft in der Galerie Poulsen in Kopenhagen eine neue Soloshow der Künstlerin.

Pop-Art und Spielwaren

Unter dem Titel „Smells like Teenage Ampit“ (zu Deutsch etwa: Riecht wie Teenagers Achselhöhle) zeigt sie ihre typische Kunst: Knallbunte Werke in einer Mischung aus Pop-Art und Spielwarensammelsurium. Für Super Future Kid ist die Ausstellung so etwas, wie die ganz persönliche Feier zu 30 Jahren Mauerfall. Denn der historische Moment in der Geschichte habe ihren expressiven Stil ganz sicher befördert. Stephanie Homa ist behütet und durchaus glücklich aufgewachsen, aber ohne die schicke Fülle der Spielzeuge, der Werbewelt und der Comics des westlichen Lebenswandels.

Mit dem Fall der Mauer erweiterte sich ihr Umfeld um eine neue Facette der populären Kultur – Videospiele, unzählige Fernsehkanäle und volle Spielzeugregale in den Geschäften, in denen auch mancher Nippes dominierte. „Die damalige Faszination für diese Dinge ist ein Teil meiner heutigen Kunst“, erklärt die 38-Jährige, die seit 2008 ihren Lebensmittelpunkt in London hat.

Bilder

Jugendlichkeit unr Träumereien

In Kopenhagen zeigt sie Gemälde und Skulpturen und verwandelt damit die Galerie in ein verspieltes Gesamtkunstwerk. Es ist eine eigene Welt voller verspielter Pastellfarben, voller Jugendlichkeit und Träumereien. Oft entstünden die Werke kurz vor dem Einschlafen. Dann entwickeln sich Szenen, Bilder und Farben in ihrem Kopf, wie Super Future Kid selbst beschreibt: „Ich beginne mit der Arbeit und dann zeichne und male ich bis mir die Augen zufallen.“ Die Leinwand reflektiere später ihre Gedanken. Und dort werde eine Fantasiewelt festgehalten. „Du kannst sie betrachten, aber du kannst nichts davon berühren oder mitnehmen, weil es unmöglich ist, die Bildebene zu betreten.“

Aussagekraft und Freude

So bleibt es ein Spiel auf vielen Ebenen, der kindlichen Unbefangenheit, dem Zeitgeist und letztlich auch mit der Kunst selbst, die nicht ganz ernst genommen wird und gerade deshalb eine tiefsinnige Aussage bekommt. Super Futur Kid macht auch weiterhin eine Kunst, die sich dem Erwachsen werden verweigert. Und bleibt doch auch immer der früheren Heimat verbunden. Mit von der Partie bei der Eröffnung war ein treuer Freundeskreis aus der früheren Heimat um ihre Mutter Marion Homa. „Die farbenfrohen Gemälde brachten ein gewisses Wohlgefühl, eine Leichtigkeit und Freude, aber auch eine starke Aussagekraft mit sich“, sagt Marion Homa. Sowohl jüngere wie auch ältere Besucher hätten sich für die Kunst begeistert. Das zeigte sich auch in der Nachfrage der Werke. „Bereits zur Ausstellungseröffnung wurden Bilder und eine Skulptur verkauft.“

Nach der Eröffnung flog Super Future Kid nach New York, um in Manhattan eine weitere Einzelausstellung zu präsentieren. Der US-Markt ist schon lange wild nach den britischen Kunstwerken mit Genthiner Wurzeln.

Ohne die politische Wende hätte es diese besondere Karriere wohl nie gegeben. So ist der Mauerfall von 1989 ein Glücksfall für die heutige Kunstszene.