Genthin l „Natürlich macht uns Corona das Leben schwer“, bestätigt Reimar Porrini, Vorsitzender des Stadtverbandes der Gartenfreunde Genthin. Die Frühjahrssitzung der Vorsitzenden musste bereits entfallen, das Leben zieht auch nur zögerlich in die Gartenanlagen ein. Dabei spielt das Wetter derzeit mit, und die Zahlen sprechen für den Genthiner Verband.

Insgesamt 575 Parzellen

Die zehn Kleingartenvereine in Genthin, Jerichow und Parey halten insgesamt 575 Parzellen vor, von denen nur 65 nicht verpachtet sind. Damit hat der Verband für fast 90 Prozent aller Kleingärten Pächter. „Das sind heute nicht mehr nur ältere Herrschaften“, betont Porrini. Denn von den 510 Kleingartenbesitzern sind 251 jünger als 60 Jahre – fast 50 Prozent. Übrigens ganze 15 Kleingärtner davon sind sogar jünger als 25 Jahre.

Damit hält sich der Stadtverband aber stabil. „In der Frage der Verjüngung der Pächter gibt es keine spürbaren Veränderungen“, meint der Vorsitzende. Insbesondere seien gärten „Am Gartenweg“ und „Am Eichenweg“ von Jüngeren angemietet worden. Auch was die Leerstände angeht, sind die Sorgen nicht größer oder kleiner geworden. Fast überall, außer im „Hasenholz“ in Genthin und im „Elbetal“ in Parey gebe es Leerstände.

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Noch wenig Resonanz übers Internet

Eher ernüchtert zeigt sich Porrini von den Internetaktivitäten des Stadtverbandes. Diese hätten keine wesentlichen neuen Ergebnisse gebracht. Eine Nachfrage sei da, allerdings überschaubar. Seit Januar seien vier Anfragen eingegangen.

Einige Kleingärtner seien derzeit wegen der Kontakteinschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verunsichert, ob sie überhaupt die Parzellen nutzen dürfen. Die Frage sei nicht pauschal zu beantworten, heißt es dazu aus dem Bundesverband der Kleingärtner. Ausschlaggebend seien die Allgemeinverfügungen der Länder. „Ebenso haben Kreise und Kommunen teilweise eigene Allgemeinverfügungen erlassen, die noch weitergehende Einschränkungen vorsehen.“ Dem Bundesverband seien keine Regelungen auf Landesebene bekannt, die die Nutzung von Kleingärten verbietet.

Kleingärtnern ja, aber keine Feste

„Generell kann man annehmen, dass der Aufenthalt auf der eigenen Parzelle als Bewegung an der frischen Luft und im Freien momentan zulässig ist.“ Dafür spricht auch, dass Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Ende März betont hat, dass der Aufenthalt im eigenen Kleingarten ebenso erwünscht ist wie Grabpflege auf dem Friedhof. Der Kleingartenverband macht aber darauf aufmerksam, dass einige Vorgaben eingehalten werden sollten. Die Nutzung möge nur durch die Pächter und durch die zum Haushalt zugehörigen Personen erfolgen und Partys, private Treffen oder sonstige Aktivitäten mit anderen Personen seien zu unterlassen.

Wie sich die Krise letztlich auf das Kleingartenwesen auswirke, vermag auch Reimar Porrini in Genthin nicht zu sagen. Die Vorstände seien auf telefonischem und digitalen Weg miteinander in Kontakt. Ein Austausch und eine stabile Arbeit sei vorhanden.

Der Stadtverband informiert auf seiner Internetseite über Möglichkeiten zur Gartenpflege im April und hat auch weitere Parzellen ausgeschrieben. Dadurch soll ein wenig Alltag in der derzeitigen Krise fortgeführt werden.