Genthin l Nach und nach werden in Genthin und den Ortsteilen die insgesamt 150 Bigpacks beräumt. Die Straßenbäume entlang der kommunalen Straßen sind entlaubt, die Bigpacks haben damit ihre Schuldigkeit getan. Lautlos geht ihr Saison-Abtritt allerdings nicht vonstatten.

Dass etliche Bigpacks im Stadtgebiet tage- und wochenlang nicht entleert wurden, sorgte unter den Genthinern für Verstimmungen, die auch in Leserzuschriften deutlich artikuliert wurden. Darauf hob auch Harry Czeke (Die Linke) bei der Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses in dieser Woche ab, als er den zuständigen Sachgebietsleiter Peter Knobel nach den Gründen der schleppenden Laubentsorgung befragte.

Zunächst hatte Peter Knobel vor einigen Tagen auf Nachfrage der Volksstimme Verzögerungen damit begründet, dass vor dem Totensonntag Mitarbeiter des Bauhofes verstärkt auf den Genthiner Friedhöfen tätig werden mussten. Nun räumte er ein, dass ein hoher Krankenstand unter den Mitarbeitern des Bauhofes den Fortgang der Arbeiten bremse.

Zukünftig informieren

Um eine Verärgerung unter den Bürgern, wie es sie in den vergangenen Tagen gab, möglichst klein zu halten, warb Harry Czeke für eine zukünftige offensive Öffentlichkeitsarbeit durch die Verwaltung. „Wenn wieder eine solche prekäre Situation eintritt, sollten die Bürger rechtzeitig über mögliche Schwierigkeiten informiert werden, damit ersparen wir allen viel Aufregung“, meinte Czeke.

Auch im nächsten Jahr sollen weiterhin die Bigpacks eingesetzt werden, gab Peter Knobel am Donnerstag zur Auskunft.

Derzeit hält jedoch die heftige Kritik an dem praktizierten System der Laubsammlung an.

Aktuell führt ein Genthiner über den Sachsen-Anhalt- Melder Beschwerde darüber, dass nach über zehn Tagen nach Eingang einer Meldung zu vollgefüllten Bigpacks die Anzeige immer noch auf „in Bearbeitung“ stünde.

Kurt Besser aus Genthin hatte in einem Leserbrief angeführt, dass die regelmäßige Leerung von Bigpacks beispielsweise im brandenburgischen Ziesar wesentlich besser vonstatten ginge.

Kein Aussaugen

In Ziesar, das ergab eine Volksstimme-Nachfrage, werden allerdings „etwas kleinere Brötchen“ als in Genthin gebacken. Die Bigpacks, etwa 50, werden dort ausschließlich in der Stadt und nicht in den über zehn Ortsteilen verwendet. Drei Mitarbeiter eines dem Bauamt nachgeordneten Hilfsbetriebes zeichnen für die Entleerung der Bigpacks verantwortlich. Die Laubsäcke werden in der Stadt Ziesar mit vorhandener Technik ausgekippt und nicht wie in Genthin mit dem Saugrohr der Kehrmaschine ausgesaugt.

Kritik der Bürger zur Lauberfassung gab es bisher in jedem Jahr, sagt Peter Knobel. Es sei nicht auszuschließen, dass es auch im nächsten Jahr Probleme geben werde. Das Geschehene, versicherte er, werde ausgewertet. Erste Schlussfolgerungen wurden bereits gezogen. So werde in der nächsten Saison parallel zur Kehrmaschine ein weiteres Gerät zum Laubabsaugen eingesetzt. Des Weiteren werde die Platzierung der Laubsäcke verbessert.

Vor zwei Jahren hat die Stadt Genthin von blauen Säcke auf Bigpacks, in denen Anwohner das Laub der Straßenbäume entsorgen können, umgestellt. Durch diese Variante des Einsammelns entfiel die Zwischenlagerung der Laubsäcke auf den Grundstücken der Anwohner und das Ablegen der blauen Säcke auf öffentlichen Flächen.