Genthin l Detlef Göbel ist ein rühriger und ebenso bekannter Mann in der Region Genthin: Keine öffentliche Veranstaltung rund um den Zabakucker Tierpark vergeht, ohne dass er als Fördermitglied der Einrichtung nicht in irgendeiner Weise an deren Vorbereitung und Durchführung beteiligt wäre. Sein Engagement für Behinderte beschränkt sich darauf allerdings bei weitem nicht.

Genthiner Lebenshilfe 1992 gegründet

Als Vorsitzender der Lebenshilfe Genthin und Umgebung für behinderte Menschen ist die Anwesenheit Detlef Göbels nicht nur bei Veranstaltungen im Tierpark ein ehrenamtliches Muss. Wobei die Genthiner Lebenshilfe in der öffentlichen Wahrnehmung neben dem Deutschen Rote Kreuz, Kreisverband Östliche Altmark, als Gesellschafter der Elbe-Havel-Werkstätten gGmbH eigentlich zu kurz weg kommt. Völlig zu Unrecht.

Die Behindertenwerkstätten in Schönhausen und deren Nebenstätten, dazu gehört auch der Zabakucker Tierpark, bauten das DRK Stendal und die Lebenshilfe Genthin seit 1992 gemeinsam auf. Die Genthiner Lebenshilfe wurde 1992 von Eltern mit behinderten Kindern und deren Angehörigen gegründet.

Nur noch zwölf Mitglieder

Dass die Lebenshilfe in der Öffentlichkeit nicht mehr so präsent ist, wie Ende der 1990er/Anfang der 2000er Jahre, mutmaßt deren Vorsitzender, liege möglicherweise auch darin begründet, dass der Verein einen spürbaren Mitgliederschwund in seinen Reihen zu beklagen hat. Von einst 50 Mitgliedern ist die Mitgliederzahl auf derzeit zwölf abgeschmolzen, obwohl die Zahl der betreuten Mitarbeiter, die die Elbe-Havel-Werkstätten seit Jahren in Obhut hat, in etwa konstant blieb.

Derzeit werden 297 behinderte Mitarbeiter an fünf Standorten in Havelberg, Sandau, Schönhausen, Zabakuck sowie in Genthin in den Werkstätten beschäftigt beziehungsweise in den Fördergruppen betreut.

Göbel wird deutlich: „Wir suchen dringend neue Mitglieder, die bereit sind, im Verein aktiv mitzuarbeiten und auch neue Ideen einzubringen.“

Gesprächstermine im Wohnheim

Durch die Altersstruktur sei der Verein sehr zusammengeschrumpft und kämpfe um seine Existenz. „Wir müssen in Genthin die Lebenshilfe am Leben erhalten und brauchen dafür einen personellen Neuanfang“, sagt Detlef Göbel.

So stünde als ein Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten die Unterstützung der Arbeit der Werkstatt in Schönhausen an. „Es ist eines unser dringendsten Ziele, dort einen neuen Elternbeirat als eine starke Interessenvertretung der Behinderten zu bilden“, sagt Detlef Göbel, der mit diesem Appell neben den Eltern auch Angehörige ansprechen will, deren Kinder und Betreute in Schönhausen arbeiten.

Gesprächstermine benannt

Aber, das betont er ausdrücklich, der Verein sei auch offen für alle, die sich an einer Mitarbeit interessieren. „Die Leute können sich mit Fragen, die eine Mitarbeit im Verein betreffen, an uns wenden.“ Detlef Göbel wird am Sonnabend, 27. Juli, in der Zeit von 13.30 Uhr bis 15 Uhr und am Dienstag, 6. August, in der Zeit von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr im Büro der Lebenshilfe im Wohnheim Genthin, Hagenstraße 1, Interessenten Rede und Antwort stehen.

Die Lebenshilfe in Sachsen-Anhalt ist in 27 Orts- und Kreisvereinigungen und 16 gemeinnützigen Gesellschaften untergliedert. Sieben Orts- und Kreisvereinigungen sind direkte Träger von Angeboten und Diensten für Menschen mit Behinderung.