Genthin l Anlieger der Altmärker Straße in Altenplathow sind genervt. Und das inzwischen schon seit Monaten. Seit dem Auszug des Sozialen Möbellagers, das in Regie der Diakonie betrieben wurde, dient das Gelände um die leergezogene Immobilie als regelmäßiger Treff junger Leute, die dem Alkohol zusprechen.

Das stößt nicht auf Gegenliebe. Ob sich daran zukünftig etwas ändert, ist fraglich. Das Übel könnte schlagartig behoben werden, wenn sich ein neuer Nutzer für das Gebäude fände.

Kein Nutzer in Sicht

Doch nach dem Auszug des Sozialen Möbellagers im Frühjahr sieht es nicht danach aus. Auch wenn der Eigentümer, die Konsumgenossenschaft Burg-Genthin-Zerbst, offensichtlich seit langem fest entschlossen ist, die in die Jahre gekommene Immobilie zu veräußern.

Schon im vergangenen Jahr unterbreitete die Genossenschaft der Diakonie ein Verkaufsangebot. Doch die lehnte ab. Letztlich zog das Soziale Möbellager in die Brandenburger Straße, unmittelbar ins Stadtzentrum, um.

Immobilie schwer zu veräußern

Auch in den folgenden Monaten blieben die Verkaufsbemühungen der Konsumgenossenschaft ohne Erfolg. Das bestätigte Konsum-Vorstand Heiko Bönig am Dienstag gegenüber der Volksstimme.

Die Genossenschaft habe Gespräche mit einem Interessenten geführt, der bereit gewesen wäre, das Objekt, dazu zählen das zirka 750 Quadratmeter große Gebäude auf einem Gelass von insgesamt 2000 Quadratmetern, zu erwerben. Dazu sei es allerdings nicht gekommen. Vorstand Heiko Bönig sprach allgemein davon, dass der potentielle Käufer eine gewerbliche Nutzung des Objektes in der Kfz-Branche anstrebte. Recherchen der Volksstimme zufolge sollte im ehemaligen Konsum eine Quad-Werkstatt entstehen.

Widerstand der Stadt

Das scheiterte allerdings am Widerstand der Stadt. Fachbereichsleiterin Dagmar Turian bestätigte gegenüber der Volksstimme, dass sich die Kommune im Rahmen einer Bauvoranfrage gegen den Umbau zu einer Quad-Werkstatt ausgesprochen habe.

Die Stadt war davon ausgegangen, dass eine solche Werkstatt, von der aus Probefahrten durchgeführt werden müssen, Ruhestörungen verursacht. Ein solcher Werkstattbetrieb sei mit einer angrenzenden Wohnbebauung einerseits und dem Altenplathower Friedhof andererseits nicht vereinbar gewesen, legte die Fachbereichsleiterin die Gründe der städtischen Ablehnung dar.

Konsum-Vorstand Heiko Bönig bedauert freilich, dass der Verkauf nicht zustande kam. Die Immobilie sei durch ihre Lage im rückwärtigen Bereich Altenplathows schwierig zu verkaufen, räumt er ein. Unmittelbar an einer Bundes- oder Fernverkehrsstraße gelegen, würden es sicher besser mit einem Verkauf laufen, ließ der Vorstand durchblicken. Der Konsum werde sich weiter um einen Verkauf bemühen.

Keine Einsätze der Polizei

Die Beschwerden der Anlieger über die Randale von Jugendlichen auf dem Gelände des ehemaligen Konsums sind weder Bönig noch der Polizei bisher zur Kenntnis gegeben worden. „Der Bereich gehört nicht zu den polizeilichen Schwerpunktbereichen“, sagte am Dienstag Polizeisprecher Falko Grabowski auf Volksstimme-Nachfrage. Polizeiliche Einsätze hätte es hier noch nicht gegeben.

Die Stadt bestätigte hingegen, dass Jugendliche in den Sommermonaten auf dem Gelände für Unfrieden gesorgt hätten.