Tucheim l Ein bisschen mehr als nur ein symbolisches Signal ging am Dienstag von einem Besuch der Ortsbürgermeister aus Gladau, Tucheim und Magdeburgerforth bei den Erstklässlern der Grundschule aus. Wobei auch der Paplitzer Ortsbürgermeister auf der Einladungsliste stand, der jedoch beruflich verhindert war. Bedingt durch die Corona-Auflagen mussten die Ortsbürgermeister jener Ortsteile, die zum Einzugsgebiet der Schule gehören, den Einschulungsfeierlichkeiten diesmal, nicht wie sonst üblich, fern bleiben.

Schulleiterin Cordula Schremmer entschied sich deshalb, die Ortsbürgermeister zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Projekttag einzuladen. Immerhin nicht zu spät für Glückwünsche und für ein kleines Geschenk zum Schulanfang.

Keine Zweiteilung möglich

Um an jeden Schulanfänger ein persönliches Wort zu richten, vergingen etliche Minuten. Kein Wunder, bei 31 Schülern. Eine Klassenstärke, die Lehrer und den Schulbetrieb vor Herausforderungen stellt.

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Im Gespräch mit den drei Ortsbürgermeistern sprach die Schulleiterin deshalb scherzhaft von einer „Quadratur des Kreises“, die im Schulalltag täglich bewältigt werden müsse. Eine Aufteilung in zwei Klassen wäre zwar nach Erlass des sachsen-anhaltischen Kultusministeriums durchaus möglich, doch dafür fehlt es an der Tucheimer Grundschule an Lehrern.

Cleveres Stundenplanmodell als Lösung

Dank eines ausgetüftelten Stundenplanmodells gelingt es an der Tucheimer Grundschule trotzdem, eine 90-prozentige Abdeckung des Unterrichts für die Erstklässler sicherzustellen. Dieses Modell wurde beim Ortsbürgermeister-Projekttag ganz folgerichtig zu einem wichtigen Gesprächsthema.

Optimal wäre planerisch eine etwa 105-prozentige Unterrichts-Abdeckung, die dann auch eventuelle krankheitsbedingte Ausfälle bei den Lehrern ausgleichen könnte. Der Durchschnitt der Grundschulen im Jerichower Land liegt bei der Unterrichts-Abdeckung bisher bei 97 Prozent.

In Tucheim trifft sich der komplette Klassenverband der 1. Klasse morgens noch in einem Raum, wird aber im Laufe des Schultages in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Stunden routieren dann gewissermaßen, indem beispielsweise Klassenlehrerin Sigrid Roth in beiden Gruppen zeitlich unmittelbar nacheinander unterrichtet, sodass die Klasse am Ende des Tages über einen einheitlichen Wissenstand verfügt. Diese Doppelstunden stehen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde an. Gekürzt müsse dafür allerdings an anderer Stelle werden, zum Beispiel im Fach Musik, um auf ein ausgeglichenes Stundenkonto zu kommen. „Wir sind durch dieses Modell in der Lage, in den Kernfächern erlassgerecht zu unterrichten. Wir sind stolz darauf, dass wir das hinkriegen“, sagt die Schulleiterin.

Ein Minus von 14 Stunden

Unter dem Strich bedeutet die 10-prozentige Unterrichts-Unterversorgung in Tucheim eine monatliche Diskrepanz von 14 Stunden, die sich aus einer Vorgabe von 139 Sunden und tatsächlich 125 Lehrerstunden ergibt.

Das derzeit praktizierte Modell, berichtet Cordula Schremmer, sei den Eltern der Erstklässler ausführlich vorgestellt und erläutert worden. Es sei auf Verständnis gestoßen. „Das bestärkt uns in unserer Arbeit“, freute sich die Schulleiterin.

Enger Kontakt zu Ortsbürgermeisterin

Auch Gladaus Ortsbürgermeister Klaus Voth zeigte sich nach dem gestrigen Projekttag optimistisch. Es sei gut, dass die Schule einen engen Kontakt zu den Ortsbürgermeistern pflegt.