Genthin l Eine Buchpremiere steht im Mittelpunkt des nächsten Treffens des Edlef-Köppen-Freundeskreises. Vorgestellt werden zwei neue Bände der Beiträge zur Köppen-Forschung. Darin werden wichtige Arbeitsergebnisse des Freundeskreises dokumentiert.

Einer der Bände enthält die von Dr. Wilhelm Ziehr aus Wilhelmshorst während des Edlef-Köppen-Jahres 2013/14 gehaltenen Vorträge. Ziehr hatte dabei unter anderem den Wert von Köppens Hauptwerk „Heeresbericht“ hervorgehoben. „Es gab wenige Autoren, die mit ihren Kriegsdarstellungen bleibende literarische Bedeutung erlangten“, hatte Ziehr beispielsweise beim Köppen-Kolloquium ausgeführt. Die Veranstaltung im Kreismuseum würdigte Edlef Köppens Schaffen vor dem Hintergrund des 100. Jahrestages des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges.

Zeitgenossen würdigten Köppen

Ziehr erläuterte, dass Schriftsteller wie Gottfried Benn, Kurt Tucholsky, Ernst Toller und Oskar Loerke sich mit Köppens Werk trotz gegensätzlicher Weltanschauungen auseinandersetzten und sie dessen tiefgründige Qualität der Darstellung der Kriegsgeschehnisse lobten. Das Köppen-Kolloquium wird zudem in einem weiteren Band gewürdigt. Unter anderem hatte Dr. Bernd Ulrich aus Berlin den „Heeresbericht“ im Kontext zeitgenössischer Kriegsdarstellung und über das Trauma Erster Weltkrieg referiert.

Ein weiterer Höhepunkt am Mittwochnachmittag wird die Vorstellung eines gemeinsamen Projektes des Edlef-Köppen-Freundeskreises mit dem Bibliotheksförderverein Jerichower Land und dem Potsdamer Museum sein. Im dortigen Museum entdeckte Wilhelm Ziehr einen bisher nicht erschlossenen Teilnachlass von Edlef Köppen. Mit dem Potsdamer Museum konnte eine Vereinbarung geschlossen werden, die regelt, dass das Genthiner Edlef-Köppen-Archiv diese Dokumente nutzen darf.

Schriftstücke werden digitalisiert

Derzeit werden Schriftstücke aus dem Potsdamer Museum digital aufbereitet, um in ein paar Jahren komplett im Archiv zur Verfügung zu stehen. Einige der 3500 Dokumente, hauptsächlich weitere Korrespondenz, haben zu Beginn dieses Jahres bereits Eingang ins Archiv gefunden. Es werden umfangreiche neue Erkenntnisse erwartet. Dazu wird der Freundeskreis viel Arbeit in die Erschließung der Dokumente investieren müssen. Der Freundeskreis ist auch aus diesem Grund an der Mitarbeit weiterer Mitstreiter interessiert.

Ganz besonders erfreulich ist, dass Dr. Wilhelm Ziehr am Mittwoch als Gastreferent über die Bedeutung des Teilnachlasses im Potsdamer Museum sprechen wird. Das Treffen des Freundeskreises steht allen Interessierten offen. Es beginnt morgen Nachmittag um 15 Uhr im Veranstaltungsraum der Stadt- und Kreisbibliothek.