Genthin l Erleichterung bei Genthins Freizeitsportlern. Nach der aktuellen Eindämmungsverordnung kann der Sportbetrieb in den Sporthallen langsam und unter Einhaltung von Auflagen langsam wieder an Fahrt aufnehmen.

Am Dienstag hatte der Vorstand des SV Chemie Genthin, mit knapp 1000 Mitgliedern der größte Verein der Region, die Spielräume für einen Sportbetrieb ausgelotet, die aktuelle Vorschriften und Verordnungen zur Vermeidung einer Covid 19-Infektion hergeben.

Vereinsvorsitzender Fritz Mund hatte deshalb am Mittwochvormittag viel zu tun, um möglichst schnell möglichst viele Vereinsmitglieder zu erreichen, um die guten Nachrichten zu verkünden. Demnach beginne noch in dieser Woche das Leichtathletik-Training, in der kommenden Wochen werde die sportliche Zwangspause für die Reha-Sportgruppen beendet sein. Die Gruppen, die in der Schwimmhalle ihren gewohnten Trainingsort haben, müssen sich bis zur voraussichtlichen Öffnung der Schwimmhalle am 1. Juli gedulden. Somit stünde, so Fritz Mund, dem Vereinsschwimmen am 2. Juli nichts mehr entgegen. Munds Informationen zufolge soll es auch keine Sommerschließzeit geben. „Das wird beim SV Chemie positiv gesehen“, sagt Mund. Eine offizielle Bestätigung zur Öffnung der Schwimmhalle seitens der Stadt lag der Redaktion bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht vor.

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Von Normalität im Sportbetrieb ist der SV Chemie allerdings noch weit entfernt.

Gruppen mit 15 Aktiven

In besonderer Weise trifft dies für die Nutzer der vereinseigenen Sporthalle an der Scholl-Straße zu. Für Gruppen gilt hier eine Begrenzung auf 15 Teilnehmer, zwischen den Belegungen muss eine 30-minütige Pause eingelegt werden, die von den Übungsleitern zum Durchlüften und Desinfizieren von Sportgeräten genutzt werden muss.

Duschen und Umkleiden bleiben für die Sportfreunde tabu, erlaubt ist nur das Wechseln der Schuhe.

„Es gibt eine Menge mehr zu beachten, detailliert werden die Übungsleiter darüber Auskunft erteilen. Wichtig ist erst einmal, dass ein Anfang gemacht werden kann“, zeigt sich Fritz Mund optimistisch.

Tucheimer lassen es vorsichtig angehen

Erleichterung macht sich auch beim SV Traktor Tucheim breit. Von Aktionismus ist hier jedoch keine Spur. „Wir werden nichts überstürzen“, sagt Vereinschef Hartmut Britzke. Das Hygiene-Konzept habe der Vorstand auf den Weg gebracht und würde es zügig den Übungsleiterin in die Hand gegeben. Den sportlichen Auftakt geben in Tucheim die Jugendlichen. „Sie werden sich zunächst zusammenfinden“, sagt Hartmut Britzke. Der Turnhallenbetrieb werde ohnehin nur bedingt aufgenommen, die Tucheimer Kicker warten auf ein offizielles Ende der Saison, die Tischtennisspieler haben bereits einen Schlussstrich unter die Spielzeit gezogen.

Wulf Thomas vom Genthiner Volleyball Verein muss noch auf das „Dunkelgrün“ des Landkreises warten, um den Trainingsbetrieb speziell für Kinder und Frauen des Vereins in der Jahn-Turnhalle aufnehmen zu können.

Einen sogenannten Hygiene-Maßnahmeplan für Sportstätten hat der Landkreis erarbeitet - es fehlt der offizielle Startschuss, der auch kurzfristig von Genthins Volleyballern herbeigesehnt wird.

Schon unter den Bedingungen der 5. Eindämmungsverordnung war der Verein in einer vergleichsweise komfortablen Situation. Er konnte auf dem Volleyball-Platz in Altenplathow am Seedorfer Weg in der Besetzung Zwei-zu-Zwei trainieren, unter den Bedingungen der 6. Eindämmungsverordnung sind aktuell Vier- zu-Vier-Spiele im Sand erlaubt. Doch das Training in der Halle sei gerade für die Sieben- bis Neunjährigen wichtig, die mit den Sandbedingungen noch nicht so erfahren seien, meint Wulf Thomas. Das treffe in gewissem Umfang auch für die Frauen des Vereins zu.

Wulf Thomas gehört zu den Mahnern, die Schließzeit der Sporthallen nicht länger als notwendig hinauszuzögern. Damit bestünde durchaus die Gefahr, dass die Mitglieder meinten, auch ohne einen Verein zurecht kommen zu können. Andere wiederum würden sportliche Aktivitäten einschlafen lassen. „Wir haben durchaus solche Ängste“, sagt er.