Genthin l „Was sind Medien überhaupt?“, fragt Jessica Burkhardt in die Runde. Fernsehen, Computer und Smartphones sind die Antworten, die ihr von den 16 Jugendlichen der fünften Klasse entgegenschallen. Die Jugendlichen der Brettiner Sekundarschule haben ein Medienprojekt im Genthiner Jugendhaus „Thomas Morus“ besucht. „Viele verbinden mit Medien inzwischen elektronische Produkte“, führt die Jugendschutzreferentin aus Magdeburg weiter aus.

Printmedien werden genutzt

Dabei gehören Printprodukte ebenso dazu. Und werden von den Jugendlichen auch noch reichlich genutzt. Denn Bücher und Zeitschriften machen immer noch circa die Hälfte der Mediennutzung junger Menschen aus, habe Jessica Burkhardt in ihrer langjährigen Arbeit als Jugendschutzreferentin erfahren.

Nichtsdestotrotz steht das Smartphone heute unangefochten auf Platz eins bei den Jugendlichen. Das bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich, die beim Medienprojekt ausführlich erörtet wurden.

Umgang mit den Daten

„Das Thema Medien ist ja sehr präsent. Viele sind sich aber gar nicht bewusst, wo die Nachrichten und Fotos landen, die sie ins Internet stellen. Oder was mit ihnen gemacht werden kann. Darum wollen wir die Schüler sensibilisieren“, sagt Ronny Harzendorf, der Leiter des Jugendhauses. So war der sichere Umgang mit den eigenen Daten auch einer der wichtigsten Punkte, die die Mitarbeiterinnen der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz Magdeburg mit den Fünfklässlern besprochen haben.

Die Jugendschutzreferenten haben den Schülern beispielsweise gezeigt, wie sie die Privatsphäre-Optionen bei häufig genutzten Apps wie Whatsapp und Instagram am besten einstellen. „Viele wussten nicht einmal, dass es diese Einstellungsmöglichkeiten gibt“, sagt Jessica Burkhardt.

Eltern selbst oft kein positives Beispiel

Auch die Altersfreigabe von Medien wurde thematisiert. Einige Schüler haben zugegeben, bereits Inhalte gesehen oder gespielt zu haben, die nicht für ihre Altersklasse bestimmt sind. „Das ist nicht unüblich. Mit der Zunahme der Medienvielfalt sind selbst viele Erwachsene überfordert“, gibt Jessica Burkhardt zu bedenken.

Ein weiterer Punkt, bei denen viele Eltern nicht mit positivem Beispiel vorangehen, sei die Häufigkeit der Smartphone-Nutzung. „Wenn die Erwachsenen selbst die ganze Zeit am Handy sind, brauchen sie sich nicht wundern, wenn die Kinder es ihnen gleichtun“, spricht sie Eltern an, die ihrer Vorbild-Funktion nicht nachkommen.

Auch die Urheberrechte wurden angesprochen. Denn nicht alle Fotos und anderen Inhalte, die es im Internet gibt, sollten bedenkenlos geteilt werden. Trotz dieser Themen-Vielfalt konnten nicht alle medialen Probleme abgedeckt werden. Ein weiterer Punkt ist beispielsweise Mobbing. Das ist zwar kein neues Phänomen, zieht durch das „Cybermobbing“ jedoch inzwischen weite Kreise und dringt tiefer als bisher ins Privatleben der Kinder und Jugendlichen ein. Diese Thematik ist deshalb Bestandteil eines zweiten Projekttages, der am 15. Oktober stattfindet.