Genthin l „Was tut sich eigentlich in Sachen Krankenhausversorgung in Genthin, ist die Arbeitsgruppe tätig?“ Die Genthiner Stadtsenioren nutzten ihre jüngste Zusammenkunft, um dem anwesenden Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) auf den Zahn zu fühlen. Dessen Antwort zu dem Zeitpunkt: Die Arbeitsgruppe sei lose in Verbindung und seitens des Ministeriums gebe es keine neuen Informationen, ein Kontakt zur Ministerin bestehe nicht. Seiner Meinung nach seien die Johanniter am Zuge. Dort gebe es derzeit aber einige Umbesetzungen und daher eine gewisse Zurückhaltung.

Inzwischen allerdings gab es neue Entwicklungen: Der Chef des Johanniterkrankenhauses Stendal, Dr. Thomas Krössin, machte im Gespräch mit der Volksstimme deutlich: „Wir wollen heute in Genthin das Zukunftsmodell einer Portalklinik aufbauen.“ Für ihn heiße das eine Einrichtung mit Notaufnahme, Erstversorgung und kurzfristiger medizinischer Überwachung. „Zehn stationäre Betten wären ausreichend.“ Allerdings bedürfe es einer Unterstützung seitens der Politik. Symbolische Unterstützung sei wichtig, aber nicht allein ausreichend.

Treffen mit Sozialministerin Grimm-Benne

Zudem war in der vergangenen Woche der Vorsitzende des Kreisseniorenrates Karl-Heinz Koszior während einer Veranstaltung mit Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) im Gespräch. Er vermittelte ein Treffen mit ihr und der Genthiner Arbeitsgruppe, die aus Stadträten und Vertretern der Verwaltung besteht. So konnte Bürgermeister Matthias Günther im Stadtrat von einem Fortgang berichten.

So werde die Arbeitsgruppe wieder zusammenkommen, und zu einem Gespräch mit der Ministerin sollen auch die Johanniter eingeladen werden. Etwas verwundert zeigte sich Stadtrat Gordon Heringshausen (CDU), dass nicht die Stadt Genthin, sondern der Kreisseniorenvorsitzende den Termin vereinbart hatte. „Es herrscht Erstaunen, dass die Stadt einen Termin mit dem Sozialministerium nicht wahrgenommen hat“, ging Heringshausen den Bürgermeister an.

Medizinversorgung sollte verbessert werden

„Wir hatten keine Einladung und haben auch nichts versäumt“, erwiderte der Bürgermeister. Wie sich die Kontakte zwischen der Stadt Genthin, den Johannitern als möglicher Betreiber, der kassenärztlichen Vereinigung und der Politik als gesetzlich Verantwortliche derzeit tatsächlich gestalten, war trotz Volksstimme-Nachfrage nicht zu erfahren. Seitens der Verwaltung und der Statdträte wird seit rund einem Jahr versucht, die medizinische Versorgung in Genthin zu verbessern. Unter anderem hatten mehrere Stadträte zu Beginn des Jahres 3000 Unterschriften in Genthin gesammelt und damit den Bürgerwillen nach einer stationären Medizinversorgung verdeutlicht.

Auch überregional wurde das Thema politisch aufgegriffen. Im Sommer war die Sozialministerin bei einer Veranstaltung der SPD in Jerichow zu Gast und stand Interessierten Rede und Antwort, eine Delegation der Landes- und Kreis-CDU beschäftigte sich im Sommer mit den Veränderungen im Rettungswesen nach der Schließung des Genthiner Krankenhauses. Kurze Zeit später brachte die Landesfachgruppe „Soziales, Gesundheit und Arbeitsmarktpolitik“ von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Magdeburger Landesparteitag den Vorschlag nach einer „Portalklinik in Genthin“ als Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt ein.