Genthin l Gibt es Alternativen zu der vorübergehenden Schließung des Henkel-Museums, um ein endgültiges Aus abzuwenden? Der Landkreis hält sich diesbezüglich bedeckt und spielt den Ball an die Stadt Genthin zurück. „Das Henkel- Museum gehört zur städtischen Geschichte der Kernstadt Genthin und ist damit eine Angelegenheit der Stadt Genthin“, reagierte Landkreis-Sprecherin Claudia Hopf-Koßmann auf eine Anfrage der Volksstimme.

Einlenken des Landkreises

Dennoch gibt es ein vorsichtiges Einlenken des Landkreises. Wenn gewünscht, werde der Landkreis die Stadt mit seinen Kompetenzen unterstützen. Vorstellbar wäre, so die Pressesprecherin, eine Digitalisierung des Henkel-Museums durch die Stadt oder die Überführung der Exponate in eine Sonderausstellung.

Aus konservatorischen Gründen, so Claudia Hopf-Koßmann, sei es jetzt erst einmal notwendig, die Ausstellung im Badehaus weiter zu beheizen. Auftretende Feuchtigkeits- und Frostschäden könnten den gesamten Sammlungsbestand gefährden.

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Hopf-Koßmann erteilt jedoch möglichen Erwartungen, dass die Exponate des Henkel-Museums durch das Kreismuseum übernommen werden könnten, eine Absage. Das sei unter anderem auf Grund der Kapazität und der speziellen städtischen Geschichte, die dieses Museum abbildet, derzeit nicht möglich.

Rückläufiges Interesse

Die Stadt stehe nach Hopf-Koßmann in der Pflicht zu bewerten, ob „mit Blick auf das stark rückläufige Interesse in den letzten Jahren kommunales Engagement angezeigt ist“.

Genthins Bürgermeister Matthias Günther kündigte am Montag an, dass sich der Tourismusverein Genthin, Jerichow, Elbe-Parey bei seiner nächsten Vorstandssitzung mit der Schließung des Henkel-Museums auseinandersetzen werde. Zu möglichen Alternativen hielt sich Günther allerdings bedeckt. Es könne jedoch nicht sein, das dieses Museum so klang und sanglos schließt. Den Genthiner müsse zumindest die Gelegenheit gegeben werden, sich von dieser traditionsreichen Einrichtung zu verabschieden, merkte er an.

Das Henkel-Museum im ehemaligen Badehaus repräsentiert ein bedeutendes überregionales Kapitel deutscher Industriegeschichte. In den 1920er Jahren errichtet, wurde dort insbesondere in den Jahren zwischen 1945 und 1990 innovatives Waschmittel, unter anderem „Spee“, entwickelt.