Veranstaltung

Musik, Wanderung und Foto-Ausstellung in Güsen

Mit viel Elan und Freude hatte das Festkomitee der 800-Jahr-Feier von Güsen das Programm, welches sich über den Zeitraum von Mai bis September erstrecken sollte, auf die Beine gestellt. Doch die Corona-Pandemie verhinderte die meisten der geplanten Veranstaltungen.

Von Bettina Schütze
Das bereits am 1. Mai geplante Event mit der Partyband ?Tänzchentee? soll nun am 17. Juli  nachgeholt werden.
Das bereits am 1. Mai geplante Event mit der Partyband ?Tänzchentee? soll nun am 17. Juli nachgeholt werden. Foto: Agentur

Güsen - Noch Ende März hatte das Festkomitee mitgeteilt, dass man an dem ursprünglichen Programm festhalten wolle, soweit es die Corona-Bedingungen erlauben. Doch dann kamen schon die ersten Absagen. Schon der Auftakt mit der Partyband „Tänzchentee“ musste abgesagt werden. Die Veranstaltung wurde auf den 17. Juli verlegt. Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit.

Weitere geplante Veranstaltungen folgten. Das Konzert mit der großen Formation des Landespolizeiorchesters Sachsen-Anhalt wurde gar in das kommende Jahr verschoben. Nun hat sich das Festkomitee entschlossen, ein verkürztes Programm anzubieten, verbunden mit der Hoffnung, dass möglichst viel davon auch durchgeführt werden kann.

Im Zuge der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen von Güsen haben sich Uwe Bernau, Reinhard Weber, Rolf-Rüdiger Roeder und Hans-Werner Tusch zusammengefunden, um eine Fotoausstellung über die Geschichte von Güsen in Bildern, soweit verfügbar, zu organisieren. In dieser Fotoschau werden die Schwerpunkte in der Entwicklung von Güsen in Auszügen gezeigt. Hans-Werner Tusch: „Anhand von Karten und Dokumenten soll gezeigt werden, wie sich das Dorf in den letzten zirka 100 Jahren entwickelt hat und wie die Einwohner ihren Lebensunterhalt verdient haben. Die Bereiche Pennigsdorf, Schwellenwerk, Bahnhof, Kleiderwerk, Schule und FDGB-Schule können hier nur in Schwerpunkten gezeigt werden.“

Ausstellung im ehemaligen Luftschutzbunker

Darüber hinaus gab es zahlreiche Kleingewerbe, die sicherlich nur wenigen Einwohnern bekannt sein dürften. Auch die kleinbäuerliche Landwirtschaft wird mit einigen Bildern dokumentiert. „Viele dieser Informationen beruhen auf Aussagen ehemaliger Einwohner sowie die zur Verfügung gestellten Bilder und haben keinen Anspruch, wissenschaftlichen Kriterien standzuhalten“, macht Hans-Werner Tusch deutlich. In Bezug auf die Geschichte findet die Ausstellung im ehemaligen Luftschutzbunker des Arbeitslagers von Pennigsdorf im Bereich der Freilichtbühne statt. Die Ausstellung wurde am Freitagabend feierlich eröffnet.

Als nächster Höhepunkt findet am 26. Juni ein Konzert mit der Rockgruppe „Karat“ in der Zeit von 19.30 bis 22 Uhr auf der Freilichtbühne statt.

„Jugend fischt“ heißt es am gleichen Tag zwischen 7.30 bis 12 Uhr im Elbe-Havel-Kanal. Auf dem Sportplatz Güsen heißt es anschließend von 12 bis 16 Uhr „Güsen angelt“. Zum Dorffest an der Freilichtbühne mit den Güsener Vereinen wird am 27. Juni in der Zeit von 13 bis 19 Uhr eingeladen.

Ein Festgottesdienst folgt am 4. Juli um 10.30 Uhr in der Dorfkirche. Am 11. Juli laden die Natur- und Wanderfreunde von 8.30 Uhr bis 11 Uhr zu einer historischen Wanderung durch Güsen ein. Das Genthiner Blasorchester spielt danach von 11 bis 14 Uhr an der Jagdhütte auf.

Kleinbahnhof beteiligt sich

Am 7. August heißt es von 18 bis 22 Uhr an der Freilichtbühne „Güsen tanzt“. In der Zeit vom 8. August bis zum 9. September ist im Kleinbahnhof Güsen die Ausstellung „Glänzende Aussichten“ zu besichtigen.

Und zum Abschluss wird am 25. September auf dem Marktplatz der Maibaum eingeholt. Am Abend spielen dann Joe Carpenter und die Coverband „Atemlos“ an der Freilichtbühne auf.

Aus der Geschichte: Durch Bodenfunde ist bekannt, dass um 500 vor Christus die Germanen im Gebiet von Güsen gelebt haben sollen. Als sie nach Norden abwanderten, siedelten sich ab dem 5. Jahrhundert nach Christus die Slawen an. Sie gaben dem Ort seinen Namen. Dieser lautete Anfang des 13. Jahrhunderts noch „Gusne“. Das bedeutet so viel wie „mitten im Wald“. Er wird in einer Urkunde vom 25. September 1221 genannt, in der der Abt Bertram des Magdeburger Klosters Berge bestätigt, dass der Grenzstreit zwischen dem Kloster und Johann und Gebhard von Plotho friedlich beigelegt wurde. Dieses Dokument stellt die erste urkundliche Erwähnung von Güsen dar und weist zugleich darauf hin, dass die Adelsfamilie derer von Plotho zu dieser Zeit Eigentümerin des Dorfes war.

Aus einer weiteren Urkunde von 1296 geht hervor, dass die Grafen von Schwerin einen Johann von Plotho unter anderem mit dem Dorf Gusne belehnt haben. Aus einem Lehnsverzeichnis aus dem Jahr 1430 ist erkennbar, dass Güsen als Plothosches Rittergut der Gerichtsbarkeit von Altenplathow unterstand. Zwanzig Jahre später war das Gut dann im Besitz der Familie von Kracht, die es am 22. Februar 1463 für 1531 Gulden an den Magdeburger Erzbischof Friedrich III. verkaufte. Die Verwaltung übernahm die erzbischöfliche Möllenvogtei, die vor allem Güsens Waldreichtum zur Gewinnung von Bauholz nutzte.