Genthin l Die Diskussion um den Standort für ein neues Stadtkulturhaus wurde in dieser Woche mehrfach befeuert. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Voth erklärte im Bau-und Vergabeausschuss: „Wir favorisieren einen Erweiterungsbau an der Sport- und Schwimmhalle, in dem ein Stadtkulturhaus untergebracht werden soll.“ Seine Fraktion habe zu dem Thema beraten und habe sich auf diesen Vorschlag geeinigt. Damit lief er bei Baufachbereichsleiterin Dagmar Turian, die die Sitzung leitete, offene Türen ein: „Wir werden Ihnen demnächst mögliche 17 Standortvorschläge vorstellen, die die Verwaltung aktuell geprüft hat.“

Zu dieser Vorschlagsliste sollen sich Fachausschuss und Stadtrat noch im November positionieren. Ziel sei es die Auswahl auf einige wenige geeignete Standorte einzugrenzen, die qualifiziert bearbeitet werden. Über diese Ankündigung schienen einige Ausschussmitglieder doch überrascht. „Es gab im vergangenen Jahr bereits eine Vorschlagsliste mit sieben oder acht Standorten, baut die neue Liste darauf auf?“, wollte etwa Günter Sander (Bündnis 90/ Die Grünen) wissen. „Unsere Liste ist komplett neu, losgelöst von der bisherigen Diskussion“, antwortete Dagmar Turian.

Kurz vor der Unterschrift

Birgit Vasen (Die Linke) wollte mehr zum aktuellen Stand um die Verlängerung der Laufzeit des derzeitigen Stadtkulturhauses wissen, was Dagmar Turian, die den Bürgermeister vertrat, in der Sitzung nicht beantworten konnte. Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) teilte während einer anderen Veranstaltung mit, dass sich die Vertragsverhandlungen mit der Firma Inprotec über die Verlängerung der Nutzung des alten Stadtkulturhauses in der finalen Phase befänden. „Der Vertrag ist mehrfach überarbeitet worden, aber wir stehen kurz vor dem Abschluss.“

Damit wird voraussichtlich der Geländeeigentümer Inprotec die Nutzung des auf dem Grund befindlichen Stadtkulturhauses über das Jahr 2023 hinaus zulassen. Gleichzeitig bemüht sich die Stadt um einen geeigneten Standort, auf dem ein neues Stadtkulturhaus gebaut werden kann.

Abschied vom Mensa-Plan

Rückblick: Die Standortfrage war nach dem Verkauf des Geländes, auf dem sich das jetzige Kulturhaus befindet, eigentlich geklärt. Vorgesehen war eine Fläche in der Jahnstraße, die vom damaligen Bürgermeister Thomas Barz (CDU) favorisiert wurde. Hier sollte der Neubau nicht nur für Kulturveranstaltungen, sondern auch als Mensa für Grundschule und Gymnasium dienen. Kurz vor dem Ausscheiden aus dem Amt wollte Barz eine Entscheidung für den Standort.

Die Stadträte nahmen den vorgesehen Beschluss im April mit 15 zu 11 Stimmen von der Tagesordnung. Seitdem ist wieder völlig offen, wo ein Stadtkulturhaus gebaut werden soll. Zumal der Landkreis angekündigt hat, im Neubau des Haus II des Gymnasiums eine Mensa einzurichten. Das Argument für den Standort Jahnstraße ist damit schwächer geworden. In den vergangenen Wochen wurde deutlich, dass der aktuelle Bürgermeister Matthias Günther einen anderen Plan verfolgt.

Stadtrat tagt am 22. November

Er möchte das Stadtkulturhaus im Volkspark ansiedeln, hofft diesen Plan auch mit Leader-Fördermitteln umsetzen zu können. In einem Anfang der Woche vorgestellten Konzept hat Günther diese Möglichkeit bereits benannt. Eine weitere immer wieder ins Feld geführte Variante war, den ehemaligen Toom-Baumarkt in der Berliner Chaussee als Kulturhaus zu ertüchtigen. Dies war seitens der Stadtverwaltung als zu kostspielig verworfen worden. Für diese Möglichkeit, machte sich in der Vergangenheit Lutz Nitz (Grüne) stark.

Die neuen Standortvarianten werden voraussichtlich am 19. November in der geplanten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses und am 22. November in der letzten Stadtratssitzung in diesem Jahr vorgestellt.