Genthin l „Es war vereinbart, dass wir als Rat in die Entscheidung einbezogen werden, welche Dinge in das Stadtkulturhaus zu integrieren sind und welche herausgenommen wurden, echauffierte sich Gordon Heringshaussen (CDU), Vorsitzender des Kultur- Sozial- und Bildungsausschuss.

Stadträte nicht eingebunden

Seinen Unmut erregte, dass in dem vorgelegten Beschluss zum Stadtkulturhaus, bestimmte Eigenheiten des Gebäudes bereits deutlich festgelegt und bewertet wurden. Etwa mit Blick auf die Gestaltung des Bühnenbereiches oder der Integration des Morus-Jugendhauses in das Gebäude. „Davon bin ich nicht begeistert“, machte Fritz Franke als sachkundiger Einwohner deutlich. Er befürchtete eine Kollision mit dem Schulbetrieb und Veranstaltungen, wenn das Morushaus im neuen Stadtkulturhaus untergebracht würde und zwischen 13 und 20 Uhr geöffnet wäre.

„Es ist nicht empfohlen wurden, das Jugendhaus dort anzusiedeln“, machte Fachbereichsleiterin Alexandra Adel im Namen der Verwaltung deutlich. Allerdings sei der Vorschlag im Rahmen der Ideenwerkstatt vorgestellt und deshalb in die Beschlussvorlage aufgenommen wurden. In dieser werden die einzelnen Wünsche und Hinweise von Vereinen, Anwohnern und sonstigen Nutzern aufgelistet. In den Chor der Kritiker stimmte auch der Grüne Günter Sander ein: „Ist wirklich so eine Eile geboten?“, fragte er. „Wir sollten die Beschlüsse nicht zu schnell fassen.“ Problematisch auch: Einige im Stadtrat vertretene Fraktionen haben noch nicht über das Thema gesprochen.

Nur 33 Monate Zeit

Dabei legt die Beschlussvorlage nahe, dass die Zeit begrenzt ist. „Die Projektzeit beinhaltet neben den Planungszeiten auch die Bauzeit und soll insgesamt 33 Monate dauern“, heißt es da. Außerdem gibt den Hinweis, dass zum Antrag auf Fördermittel aus dem Stadtumbau Ost eine Entwurfsplanung erfolgt sein müsse, um die Kosten einreichen zu können. Der Antrag müsse demnach bis zum 30. November erfolgen. Helmut Halupka (SPD) sah dadurch noch Zeit gegeben und machte den Vorschlag, nach der Wahl zu dem Thema zu beraten. Auf Antrag von Günter Sander wurde der Beschluss geschoben und nicht darüber befunden. Der Kulturausschuss hat damit keine Empfehlung für den Stadtrat ausgesprochen.

Anders der Hauptausschuss, dort wurde der Antrag der Stadtverwaltung beschlossen, allerdings mit nur drei Stimmen zu vier Gegenstimmen. Hier wurden unter anderem die Kosten ins Visier genommen: „110.000 Euro für die Entwurfsplanung ist viel Geld, ohne das wir wissen, ob dafür Fördermittel kommen“, kritisierte etwa Franz Schuster (LWG Fiener).

Fördermittel beantragen

Der Bündnisgrüne Lutz Nitz stellte die Frage, was passiere, wenn der Landkreis mit dem Neubau des Hauses II des Gymnasiums eine eigene Mensa baue. Dann würde die Nutzung des neuen Kulturhauses durch die Schulen wegfallen. Mit dieser Hypothese warb Nitz erneut für das leerstehende Baumarktgebäude als Kulturhaus-Standort. Dieses Ansinnen wies Bürgermeister Thomas Barz (CDU) deutlich zurück: „Das der Landkreis eine Schulspeisung in Haus II plant, ist mir nicht bekannt.“ Andreas Buchheister (CDU), Mitglied im Kreisausschuss, glättete die Wogen indem er erläuterte: „Der Neubau wird derzeit favorisiert, er ist nicht beschlossen.“

Aber ganz egal was der Landkreis plane, die Stadt Genthin müsste jetzt etwas machen. „Sonst verrinnen die Termine und wir haben kein Stadtkulturhaus.“ Thomas Barz machte deutlich, dass eine Entwurfsplanung vorgelegt werden müsse, wenn man Fördermittel haben wollte. „Die Bedarfe sind drin und wir haben die Kernfrage was man wolle, geklärt.“ Er sehe die Stadtratsvorlage als entscheidungsreif an. Am 26. April wird der Stadtrat um 17 Uhr über das Stadtkulturhaus beraten.