Gelungene Premiere des diesjährigen Weihnachtskonzertes im Bismarck-Gymnasium

Neue Ideen in der alten Aula: Wo ist nur der Weihnachtsbaum geblieben?

Von Simone Pötschke

Eine Premiere mit viel Beifall erlebte am Dienstag in der Aula Haus I das diesjährige Weihnachtskonzert des Genthiner Bismarckgymnasiums. Insgesamt erfreuen die Mitwirkenden ihr Publikum bei fünf Vorstellungen. Längst kommen nicht nur Eltern und Geschwister von Mitwirkenden zum Konzert. Karten sind in ganz Genthin begehrt.

Genthin l Nach einem reichlich eineinhalbstündigen Programm stand ein sichtlich gelöster Schulleiter vor einem begeisterten Publikum. Gotthard Wienmeister, der traditionell am Flügel während des Konzerts seinen Platz hat, konnte sich wie alle Mitwirkenden über einen rundum gelungenen Abend freuen. "Auch nach reiflichen Überlegen kommen ich wieder zu dem gleichen Schlusssatz wie in allen Jahren ¿Danke Anke\', gratulierte er Chroleiterin Anke Held, bei der die Gesamtleitung des Konzertes lag.

Nicht weniger als 80 Mitwirkende, darunter Chorsänger und Instrumentalisten, 30 Sänger des Kinderchores, vier Sprecher und der Lehrerchor erfüllten die Erwartungen des Publikums an ein anspruchsvolles Weihnachtskonzert, das immer wieder mit viel Herzlichkeit, Lockerheit, aber auch mit Ideenreichtum überraschen kann. Tiefgang und Besinnlichkeit treffen bei dem Weihnachtskonzert auch den Spaßfaktor, der nie zu kurz kommt. Darin liegt vermutlich der Erfolg dieses Konzertes, das für alle weiteren Aufführungen ausverkauft ist.

Als roter Faden führten wieder eine Sprechergruppe (Jerome Kageler, Sarah Sattelkau, Niclas Finzelberg und Jule Werner) durch das Programm.

Corina Wienmeister, aus deren Feder die Texte stammen, wagte für das diesjährige Weihnachtskonzert eine echte Innovation: Sie verzichtete auf den Weihnachtsbaum und entspann viele lustige Dialoge rund um einen überlebensgroßen Weihnachtskalender, dessen Türchen sich für kleine Episoden öffneten.

Kunsterzieherin Barbara Arndt verlieh dem Kalender ein farbenfrohes Gesicht, während das Ehepaar Tillack das Gestell baute.

Für die Sprechergruppe diente der Kalender als inhaltliches Herzstück der Dramaturgie. Munter drauf los spielten Jerome Kageler und Sarah Sattelkau Szenen in einem Kaufhaus, in denen es, wie sollte es auch anders sein, um das große Thema Weihnachtsgeschenke ging.

Die Spielfreunde war dem Sprecherquartett förmlich anzumerken. Symphatisch, dass es sich auch nach einer kleinen Panne nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Es lag wiederum im Gesamtkonzept des Abends, dass sich Texte, Lieder und Soli nicht untereinander den Rang abliefen. Anke Held gelang mit Corina Wienmeister, ein Programm aus einem Guss zu formen.

Der Chor ließ geistliche Weihnachtslieder ebenso hingebungsvoll erklingen wie etwa moderne, heitere.

Ein großes Kompliment auch an die Solisten des Abends: Anna Kunza, Mareike Schichold und Eric Richter (Gesang), Friederike Leiste und Charlott Illies (Klavier) sowie Jonathan Spiegel (Violine). Auch die "heranwachsenden" Instrumentalisten fügten sich nahtlos in das hohe Niveau des Abends ein.

Der Lehrerchor zeigte an diesem Abend, dass er immer für eine Überraschung gut ist. Allerdings eine, in die er sicherlich viel Probenarbeit investieren musste. Seinen gemeinsamer Gesang "In the bleak midwinter" von Gustav von Holst ließ er vom Treppenhaus des Schulgebäudes, durch das er singend wandelte, in die geöffnete Aula dringen. Eine Variante des Auftritts, die es in solcher Form bei den Weihnachtskonzerten sicherlich noch nicht gegeben hat.

Gesetzt bei den Weihnachtskonzerten ist immer ein bisschen Spaß mit einem Schuss ulkiger Präsentation. In der Vergangeheit war es schon mal Rudolf Rotnase, der das Publikum erheiterte, diesmal sorgte das Lied "Eine Muh, eine Mäh" für Erheiterung, das mit Mimik und Gestik "an das Publikum gebracht" wurde.

Zum Abschluss des Konzerts gab es unter großem Applaus aus den Händen von Schulleiter Gotthard Wienmeister eine besondere Ehrung für Anke Held. Sie bestreitet in diesem Jahr mit diesem Konzert ihre persönliche 11. Saison, hat aber im November mit ihren Schützlingen das nunmehr zehnte Chorlager durchgeführt, um die Mitwirkenden für ihren Auftritt fit zu machen. Für dieses kleine persönliche Jubiläum würdige Gotthard Wienmeister die Chorleiterin vor dem Publikum mit einer silbernen Stimmgabel. Noch zehn weitere Jahre, witzelte Anke Held, dann würde sie auf eine goldene Stimmgabel hoffen.

Weitere Aufführungen des Weihnachtskonzertes gibt es im Gymnasium heute und am kommenden Montag.