Genthin l Mit vereinten Kräften haben Stadt Genthin und Wohnungsgesellschaft (SWG)einen Empfang auf die Beine gestellt, der gesellschaftliche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur zusammenbrachte. Eine erste Überraschung des Abends waren die persönlichen und auch selbstkritischen Worte des Genthiner Bürgermeister Matthias Günther (parteilos): „Mir ist bewusst, dass der Haushalt 2019 zu lange gedauert hat und sich das nicht wiederholen darf“, spielte er auf das größte Manko des vergangenen Jahres an. Er dankte dem Stadtrat für seine Arbeit an den Haushalten 2019 und 2020 und auch für die konstruktive Kritik.„Bei den kommenden Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen plane ich, keine unserer freiwilligen Leistungen zu streichen“, setzte der Bürgermeister ein positives Signal.

Günther sieht Entwicklungspotenzial beim Schienennahverkehr zwischen Magdeburg und Berlin, eine gute Wohnraumsituation in Genthin und kündigte an, den Druck beim Ruf nach einer verbesserten Gesundheitsversorgung deutlich zu erhöhen.

Kritik vom Landrat Steffen Burchhardt

SWG-Chef Michael Weber sieht sein Unternehmen vor großen Herausforderungen. Zunehmender Leerstand durch den anhaltenden Bevölkerungsrückgang und anstehende Sanierungen im in die Jahre gekommenen Wohnbestand kommen auf die SWG zu. Ein Redner, der deutliche kritische Worte fand, war Landrat Steffen Burchhardt (SPD). Er brach zu Beginn seiner Rede eine Lanze für den Neujahrsempfang als Plattform für die Akteure der Region und spielte damit auf den vom Bürgermeister im vergangenen Jahr zunächst geplanten Verzicht der Veranstaltung an. „Halten Sie an diesem Format fest“, rief er.

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Für den Landrat verkauft sich Genthin unter Wert. „Die Menschen gilt es zu bestärken, zu unterstützen und nicht ihnen weitere Hürden in den Weg zu stellen“, machte Burchhardt deutlich. Er habe kein Verständnis dafür, wenn Vereine sich eine neue Bleibe suchen müssen, weil man seine Hausaufgaben nicht rechtzeitig mache, auch tue es ihm weh, wenn Fördermöglichkeiten ungenutzt blieben, um das Wahrzeichen den Wasserturm zu sanieren. Dabei könnten die Genthiner stolz sein auf erfolgreiche Unternehmen, das Morus-Jugendhaus, die eigene Schwimmhalle, das Technologie- und Gründerzentrum, ihre Bibliothek und die zahlreichen Vereine und rief die Zuhörer auf: „Genthiner, verliebt euch neu in eure Stadt.“ Der Landkreis habe viel in Genthin investiert. Die Sekundarschulen seien saniert, ein neuer Wertstoffhof errichtet, die NJL habe eine neue Halle, der Breitbandausbau sei vorangeschritten.

Herausforderung Kreismuseum

Nun steht die Sanierung von Haus II des Gymnasiums an. „Wenn alles klappt, soll der Abriss des Altgebäudes im Juni beginnen“, kündigte der Landrat an. Danach beginne der Neubau, der im Sommer 2022 abgeschlossen sein soll. Nächste Herausforderung sei es, das Kreismuseum zukunftsfähig aufzustellen. Er hoffe auf neue Ideen aus und für Genthin. „Der Landkreis steht an euer Seite“, schloss Burchhardt.

Die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements war in diesem Jahr ein großer Schwerpunkt. Für die Jugendfeuerwehren der Einheitsgemeinde Genthin gab es bei einer Spendenaktion im Saal und auf der Bühne einen Betrag von 2200 Euro.

500 Euro als höchste Spendensumme

Bürgermeister Günther demonstrierte zu Beginn in Unterhalterlaune, welche drei Varianten es beim Geldspenden – von 20- Euro-Scheinen – gibt und brachte so das Startkapital von 60 Euro zusammen. Den wohl größten Einzelbetrag stiftete Jörn Göbert von der LFD-Holding mit 500 Euro. Drei engagierte Tucheimer beschrieben zu späterer Stunde die Arbeit in den dörflichen Vereinen. Joachim Böhl vom Heimatverein, Gerald Müller vom MC Fiener und Gerhard Müller von den Original Fienerländer Musikanten trommelten als Beispiel für viele andere eifrig für das Mitwirken in den Vereinen. Welche Ergebnisse die Mitwirkung in der Musikschule bringt, zeigte Marcus Brien mit seinen Musikschülern, die den Abend mit ansprechenden Klavier und Gitarrenstücken umrahmten.