Ferchland l Ein Spaziergang am alten Elbarm offenbart die Misere: Da gibt es alte Eichenstämme zu entdecken von einem Wald, der einst in der Region zu finden war. Selten waren die Blicke auf die Pegelstände in Parey oder Tangermünde so wichtig. Zirka 1,06 Meter ist am Tangermünder Pegel abzulesen.

Die Elbe bei Ferchland führt zu wenig Wasser, um den Fährbetrieb zu ermöglichen. Verantwortlich für den Einsatz der Fährleute Gordon Schulz, Axel Plöntzke und Patrick Bathe zeichnet in der Pareyer Verwaltung Sandro Baier. Die Fähre liegt am Ufer bei Ferchland. 29 Meter ist sie lang, 20 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 60 Zentimeter, zu viel für den Pegelstand, der derzeit täglich abgelesen wird.

Straßenbau statt Schifffahrt

Frei haben die vier Männer, die eigentlich die Fähre steuern, nicht. Sie sind integriert in das Team des Bauhofs der Einheitsgemeinde Elbe-Parey. Sie sind tätig im Straßenbau, wenn es um gemeindeeigene Wege geht. Aber auch Arbeiten auf den Friedhöfen sind angesagt. Schon seit Anfang August fährt die Fähre nicht mehr hinüber nach Grieben. „Im Sommer gibt es viele Radfahrer, die hier übersetzen wollen“, berichtet Baier. Denn der Fährübergang nach Grieben gehört mit zum Elbe-Radweg. Laut Statistik gibt es 200 Fahrten am Tag. Bis zu acht Autos finden auf dem Boot Platz oder ein Lastkraftwagen mit einem Gewicht von 25 Tonnen. Gerade wurden 120.000 Euro in die Gestaltung der Fährstelle investiert. 40.000 Euro wurden als Eigenmittel von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Gefördert wurde die Maßnahme vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Bis 30. September sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Darüber informierte Hauptamtsleiter Volker Zunder. Dazu gehören eine Digitaltafel für die Fahrzeiten und eine Sitzecke am Rastplatz. „Die Internetleitung zu der Tafel steht“, berichtet Zunder.

Zeitintensive Vorbereitung

Eine große Herausforderung derzeit ist die neue Verordnung zur Abgasregelung. „Solange nichts passiert, darf da alles bleiben, wie es ist“, sagt Baier. Sollte jedoch ein grundsätzliches Problem am Motor auftreten, dann ist Handlungsbedarf angesagt. Auch die Gemeindevertreter haben das Thema „Fähre“ schon öfters debattiert.Das beobachten die Fährmänner mit großem Interesse. Sie haben viel Zeit in die Vorbereitung auf den Job investiert.

Dazu gehörten 180 Tage gemeinsame Fahrt mit einem ausgebildeten Fährführer. Die Ausbildung erfolgte während der Arbeitszeit. Nun warten Fährleute und Passagiere auf freie Fahrt.