Kade l „Es wird der siebte sein“, sagt Holger Wenslau, Ortsbürgermeister von Kade, zum geplanten Nikolausmarkt am 7. Dezember. Rings um und in der Kirche solle auch im letzten Monat des Jahres 2019 die dunkle Jahreszeit mit bunten Lichtern, lodernden Feuerschalen und Chorgesang gemütlich gestaltet werden. 

Kein dörfliches Weihnachten mehr

Die Tradition des Nikolausmarktes nehme erfreulicherweise wieder in den Wünschen der Kader einen großen Platz ein, weiß Organisatorin Jördis Koch. „Früher hatten wir hier einen richtigen Weihnachtsmarkt ausgerichtet“, erinnert sie sich, „da fanden sich die jüngsten und die Älteren zusammen, es gab Buden und es wurde gemeinsam Kaffee getrunken.“ Irgendwann schlich es sich aus, wie sie sagt: „Es wurde immer weniger.“ Als einen Grund sieht sie die Restauration des Gutshauses im Nachbardorf Karow. Dort feierten die Menschen Weihnachten in einem historischen Ambiente – das Neue reizte mehr. Darüber gingen zwei drei Jahre ins Land. Doch waren die Leute im Ort unzufrieden und „es beschäftigte alle, dass es kein dörfliches Weihnachten mehr gab.“

Den Anfang machten die Feuerwehrfrauen und brachten 2012 die Idee eines Nikolausmarktes auf den Tisch. „Wir wollten etwas für unsere Kinder und natürlich auch für uns – und zwar hier im Ort.“ Zeitgleich wurde die bekannte Kader Dorfkirche fertig saniert, das Areal um die Kirche gepflegt und eine neue Innenbeleuchtung brachte besinnliche Farben zur Geltung. Da wäre es doch schade, wenn solch Möglichkeiten nicht genutzt werden, so Wenslau und Koch.

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Aus der Idee wird Wirklichkeit

Der Plan war gefasst: Die Feuerwehr-Frauen um Jördis Koch sprachen mit dem Förderverein Kader Kirchen und holten den Heimatverein mit ins Boot. Daraus erwuchs die Idee, den Vorplatz als auch die Kirche selbst für die Veranstaltung zu nutzen. Auch das Kircheninnere wollten die Organisatoren mit einbeziehen, und zwar mit „einem Singen für alle.“

Es sei ihnen eben wichtig, alle Kader anzusprechen – auch die, so Koch, die „mit der Kirche sonst nichts zu tun haben.“ Deswegen das Singen, ganz ohne Predigt und kirchliche Zeremonien.

Die Premiere kam gut an. Eine Stunde Programm, gestaltet durch den Kindergarten und den Heimatverein, beeindruckte die Leute so sehr, schildert Holger Wenslau, dass sie seitdem jedes Jahr „ihren“ Nikolausmarkt haben wollen.

Vereine des Dorfes tragen Markt

Die Resonanz sei laut Wenslau deshalb so positiv, weil sich der Markt von innen heraus organisiere: „Es ist das Dorf mit seinen Vereinen.“ Die Buden werden durch die Vereine betrieben, die sich vorstellen und damit gleich um Nachwuchs werben und dabei noch ihre Bastel- und Handarbeiten an die Frau oder den Mann bringen. Die Feuerwehr kümmere sich um Kesselgulasch, Bratwurst und Stockbrot, dazu gebe es heißen Apfelsaft und Glühwein. „Da kommen viele und die meisten bleiben“, so Ortschef Wenslau. Er spricht auch die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem Kindergarten zum einen und alle mit der Gemeinde zum anderen an: „Wir als Gemeinde bieten die Rahmenbedingungen und die Vereine kümmern sich um den Aufbau als auch dass Programm.“

Ein Renner für die kleinen Gäste seien die gefüllten Nikolausstiefel. Einen Tag vorher bringen die Eltern Stiefel in das Gemeindehaus, dort werden sie gefüllt und am Veranstaltungstag vor der Kirche bereitgestellt. „Nach dem Singen in der Kirche strömen die Kinder hinaus und finden ihren mit Leckereien gefüllten Stiefel“, schildert Koch. Danach touren die Kinder noch in Kutschen durch den Ort.

Wenslau weißt darauf hin, dass sich Kade am Vorabend mit der Rentner-Weihnachtsfeier auf den Nikolausmarkt einstimmt.