Genthin l Zum sechsten Mal stiegt im Genthiner Gewerbegebiet das Oldtimertreffen und ist mittlerweile eine waschechte Tradition. Zu dieser Tradition gehört scheinbar auch brütende Hitze, die bei Ausstellern und Machern gleichermaßen das Schweiß in Strömen fließen ließen.

Marktreiben und Oldtimer

Dennoch hatte das Heideeck-Team um Christin Ludwig ein rundes Veranstaltungswochenende auf die Beine gestellt. Circa 300 Aussteller waren vor Ort und präsentierten nicht nur ein buntes Markttreiben vom Teile- und Trödelmark bis zu Rummelbuden, sondern vor allem historische Fahrzeuge. Ins Auge fielen sofort die großen Landmaschinen und Militärfahrzeuge.

In diesem Jahr waren auch Autos aus DDR-Produktion zahlreich vertreten. „Wer einmal mit dem Trabbi-Virus infinziert ist, kommt davon nicht los“, bestätigte Ingo Müller aus Tangerhütte, der mit einer Runde von Trabbifreunden zum ersten Mal in Genthin dabei war. Über einen Bekannten habe die Gruppe vom Oldtimertreffen in Genthin erfahren.

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Trabant wird gepflegt

Müllers himmelblauer 26 PS starker Trabant werde jetzt bereits in der dritten Generation gehegt und gepflegt. „Männer aus Stahl fahren ein Auto aus Pappe“, meint der Autofreund lachend.

Oben passe ein Kasten Bier auf den Gepäckträger und auf die Rückbank die Familie, das sei Mobilität pur. „Wenn man sich ein wenig mit dem Schrauben auskennt, kann man fast alles auseinandernehmen und wieder zusammenbauen.“

Selbstgebautes Mofa

Die Leidenschaft für das Schrauben und der Erhalt historischer Maschinen sind es, die die Oldtimerfreunde zusammenbringen. Da wurde genau hingeschaut, gefachsimpelt und manchmal auch gestaunt. Etwa über das heiße Gefährt von Henry Kleinod. Sein motorisiertes Dreirad mit Ackerwerkzeug habe er aus Resten zusammengebaut. „Das waren alles Sachen, die in der Garage übriggeblieben sind“, berichtete der Burger Tüftler. Sein sechs km/h schnelles Maschinchen sei für den Einsatz auf dem Acker fast zu schade, machte aber einen Höllenlärm, als Kleinod den Anlasser betätigte.

Einen ganz eigenen Sound, machte auch der VW-Käfer von Sofie und Alexander Lorenz aus Steglitz. „Das ist noch ein Käfer aus deutscher Produktion in den 70er Jahren, kein Mexiko-Käfer, berichteten die Besitzer. Lange habe das Schmuckstück in einer Garage zugebracht, bevor die beiden mit der Aufarbeitung des Fahrzeugs begannen. Spiegel aus den 60ern, eine passende Federung, alles sei in Schuss.

Swimmungpool statt Sand

Eine lustige Idee hatte Alf Ziesmann, der einen dreirädrigen Vorderkipper Picco I zum Swimmingpool umfunktionierte. „Eigentlich gehören Sand oder Kies hinein, heute habe ich Wasser hingetan“, erklärte er. Dort nahmen immer wieder überhitzte Besucher Platz, um sich abzukühlen. Auch Ziesmanns Picco war ein legendäres Fahrzeug. Zu DDR-Zeiten war dieser Kipper weit verbreitet.

Für Kurzweil sorgte vor dem großen Zelt auch Timo Ludwig. Er kam mit verschiedenen Ausstellern ins Gespräch und brachte die Fahrzeugbesitzer auch dazu, an lustigen Spielen wie Fässerwerfen, also Dosenwerfen nur mit großen Ölfässern, oder am Ringewerfen teilzunehmen. Auch eine Bühne war in diesem Jahr aufgebaut. Dort sorgte DJ Dieter Kreitling mit Musik und flotten Sprüchen für Unterhaltung. Zwischendurch wurde sogar live getrommelt. Am Schlagzeug gaben zuerst Phil Keil aus Hohenseeden und später Uwe Komorowski aus Parchen ein Stelldichein und sorgten mit rasanten Trommeleinlagen zu Kiss- und AC/DC-Titeln für Stimmung.

Insgesamt war die Stimmung beim Oldtimertreffen wieder bestens und die zahlreichen Fahrzeuge wurden vom Publikum bestaunt. „Es ist schön zu sehen, wie viel Zeit und Ehrgeiz in den Erhalt vieler Fahrzeuge gesteckt wurde“, meinte etwa ein Besucher aus Jerichow. Zufrieden mit dem Verlauf am Wochenende zeigte sich Timo Ludwig vom Organisationsteam. „Der Sonnabend war sehr schön“, fand er. Da habe die Hitze wenig gestört.