Genthin (vs) l In die Welt der Oper sind die Schüler der Grundschule „A. Diesterweg“ kürzlich eingetaucht. Das Ensemble der Kinderoper Papageno aus Wien gastierte mit dem Märchen „Hänsel und Gretel“ des Komponisten Engelbert Humperdinck (1854-1921) in der Turnhalle und bezog die Kinder direkt mit in das Geschehen ein. Mal mucksmäuschenstill, mal die Darsteller lautstark unterstützend, verfolgten die Schüler gebannt das Musiktheaterstück.

„Hänsel und Gretel“, welches das nach der Zauberflöte wohl meist aufgeführte Werk der gesamten Opernliteratur ist, ist trotz der ihr zu Grunde liegenden Märchenhandlung keine Oper für Kinder. Denn nachdem Humperdinck zunächst ein kleines Werk für seine eigene Familie zum Hausgebrauch schrieb, schuf er danach die bekannte Version im Wagner’schen Monumentalstil als große deutsche Oper, die bis heute eine wirkliche Herausforderung für alle Orchester, Dirigenten, Sänger und Regisseure darstellt.

Bekannte Kinderlieder im Werk versteckt

Die Hauptfigur „Papageno“ versucht nun mit neuen kindgerechten Handlungselementen von diesem Monumentalwerk zurück zur Oper für Kinder zu finden. Durch die Einbringung von Prosa, die durchaus auch lustige Elemente mit der Geschichte verbindet, entsteht eine Einheit von musikalischen, prosaischen und unterhaltenden Elementen. Wer Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ hört, wird immer wieder aufhorchen und bekannte Kinderlieder darin wiederentdecken.

Auch die Jungen und Mädchen der Diesterweg-Grundschule hatten so gut wie gar keine Probleme damit, „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ mitzusummen oder bei „Ein Männlein steht im Walde“ lautstark mitzusingen.

Viel Wissenswertes über Oper

Die vier Opernsänger aus Wien, die den Schülern die Geschichte von den hungrigen Kindern, die im Wald nach Beeren suchen, erzählten, brachten nicht nur eine ganze Menge Spaß an der Musik mit. Die Kinder lernten nebenbei auch viel über die unterschiedlichen Stimmen – Sopran, Alt, Tenor und Bass – und erfuhren von den Darstellern auch etwas über die Arbeit mit Kulissen und Requisiten. Von „Hänsel“ lernten sie sogar, was eine „Hosenrolle“ ist: Hänsel wurde von einer Frau gesungen, weil männliche Sänger die hohen Töne der Kinderstimmen nicht mehr singen können.

Aus diesem Grund musste eine Sopran-Sängerin den Hänsel spielen und trat in einer Hose auf.