Genthin l Nicht wie zu erwarten am Haupteingang, aber immerhin im rechten, angrenzenden Fensterbereich der Schwimmhalle sind sie auf einem Aushang nachzulesen: die neuen Öffnungszeiten, die am Montag, 4. November, inkrafttreten werden.

Ein feinsäuberlicher Computerausdruck, den derjenige, der ihn an dieser Stelle angebracht hat, veranlasste, ein handgeschriebenes „Wichtig!“ hinzuzufügen. Bei dem Ausdruck handelt es sich um den Wortlaut einer Pressemitteilung, die die Stadtverwaltung in der vergangenen Woche herausgegeben hat. Bereits seit Mitte September weichen die Öffnungszeiten von den zuvor Üblichen ab.

Engpässe seit dem Sommer

Im Sommer ließ die Verwaltung wissen, dass diese Änderung vorläufig und personellen Engpässen geschuldet sei. In die Internetpräsentation der Schwimmhalle wurden diese veränderten Öffnungszeiten bisher nicht eingepflegt. Auch drei Monate später und mit Vorlage eines überarbeiteten Öffnungsplanes brachte Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) keine Erklärung vor, die Neuigkeiten zu bieten hat oder gar eine Entwarnung der angespannten Situation in Aussicht stellt. Der Zustand sei temporär und krankheitsbedingt, sagte er in einem Telefongespräch am Freitag. Damit antwortete er auf eine am Montag schriftlich gestellte Anfrage der Redaktion.

Das Arbeitspensum von drei Mitarbeitern der Schwimmhalle, die über die notwendige Qualifikation verfügen, um die Aufsicht in der Schwimmhalle abzusichern, muss auf die Schultern von zwei Mitarbeitern verteilt werden.

Ausschreibung wieder entfernt

Volksstimme-Recherchen ergaben, dass die Stadt Genthin zeitlich befristet über die Dauer von mehreren Wochen die Stelle einer Fachkraft für Bäderbetrieb ausgeschrieben hatte, um den regulären Schwimmhallenbetrieb wieder herzustellen. Offensichtlich ohne Erfolg. Zwischenzeitlich ist die Stellenausschreibung von der Internetseite der Stadt Genthin wieder entfernt worden.

Ob die ehrenamtlich tätige Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Genthin mit einem zeitlich befristeten Einsatz von Rettungsschwimmern möglicherweise der Stadt aus der Patsche helfen könnte, ist derzeit kein Thema.

Allen Widrigkeiten zum Trotz: Tatsächlich sind es dem Fachbereich Finanzen/Immobilienwirtschaft und dem Personal der Schwimmhalle gelungen, mit den neuen Öffnungszeiten den Schwimmhallen-Nutzern etwas entgegenzukommen. Rechtzeitig, bevor die Schwimmhalle erfahrungsgemäß in den Herbst- und Wintermonaten wieder stärker frequentiert wird.

Neue Regelungen

So kann die Schwimmhalle montags und mittwochs nach der neuen Regelung um mehrere Stunden länger als in den Monaten zuvor von den Badegästen durchgehend genutzt werden.

Die Öffnungszeit verlängert sich montags von bisher 15 bis 20 Uhr auf 11 bis 20 Uhr. Donnerstags bleibt die Schwimmhalle für die Öffentlichkeit geschlossen, von 7 Uhr bis 18 Uhr bleibt sie dann wie gewohnt den Vereinen vorbehalten. Frühschwimmen ist dienstags, mittwochs und freitags in der Zeit von 6.30 Uhr bis 8.30 Uhr für die Öffentlichkeit wie bisher möglich.

Am Wochenende bis 16 Uhr

Eine Rückkehr zu Öffnungszeit bis um 21 Uhr, wie noch im vergangenen Jahr praktiziert, gibt auch der überarbeitete Plan nicht her. Auf unbestimmte Zeit werden die Türen der Schwimmhalle um 20 Uhr (bei der Sauna um 21 Uhr) geschlossen. Eine Ausnahme bildet da allerdings das Wochenende.

Ein Nachsehen haben auch die Baderatten, die am Wochenende die Schwimmhalle nutzen. Hier bleibt es nach wie vor bei einer zeitlich abgespeckten Variante. Badegästen steht die Schwimmhalle an beiden Tagen zwischen 10 bis 16 Uhr zur Verfügung. Üblich waren bis zum September Öffnungszeiten von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17.30 Uhr.

Mit den neuen Öffnungszeiten der Schwimmhalle, die ab 4. November gelten, sind keine Veränderungen im Sauna-Bereich verbunden. Derzeit gibt es noch keine Erhebungen dazu, ob und in welchem Maße sich die reduzierten Öffnungszeiten der Schwimmhalle in der Einnahmen-Situation des städtischen Haushalts widerspiegeln.