Genthin l Mit einer Petition auf der Online-Plattform „avaaz.org“ möchte der Nutzer Jörn W. die im Frühjahr geplante Sperrung auf der B107 verhindern. „Ziel dieser Kampagne ist die Vermeidung von Vollsperrungen während der Baumaßnahmen und eine Bekanntgabe der Termine von Vollsperrungen der einzelnen Abschnitte“, schreibt er. „Aufgrund der bisher nur von Presse vorliegenden Informationen besteht teilweise große Unsicherheit.“

500 Unterzeichner möchte der Initiator haben, mehr als 300 hatten bis gestern unterschrieben. Die Petition soll anschließend Verkehrsminister Webel zugehen. Fraglich ist allerdings der Erfolg des Ansinnens. Die Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA) regelten die Maßnahmen bei Baumaßnahmen. „Es gibt dann die Pflicht zur Vollsperrung, wenn ein Umfahren der Mitarbeiter an der Baustelle nicht in einem geforderten Abstand möglich ist“, heißt es aus der Pressestelle des Magdeburger Verkehrsministeriums.

Zudem sei die Petition gar keine. „Es gibt formale Vorschriften für eine Petition, die hier nicht eingehalten werden.“ Wer dies formgerecht tun wolle, hätte die Möglichkeit über den Petitionsausschuss des Landtages, der auch über ein Online-Formular kontaktiert werden könne. Davon abgesehen sei obligatorisch eine öffentliche Information an die Bevölkerung geplant. „Wir sperren die Straße nicht ohne guten Grund, wir sind uns dabei den Belastungen für Anwohner und Gewerbe bewusst und möchten diese möglichst gering halten“, so der Sprecher. des Verkehrsministeriums.

Teilsperrungen sind nicht die Lösung

Einen ersten Ablauf der geplanten Baumaßnahmen hatte die Genthiner Fachbereichsleiterin Dagmar Turian bereits im vergangenen Jahr im Bau- und Vergabeausschuss dargelegt. Zu Beginn dieser Woche informierte sie in dem Gremium während des öffentlichen Teils erneut.

Mit einem Verzicht auf zeitlich befristete Vollsperrungen rechnete auch sie nicht. „Nur mit Teilsperrungen zu arbeiten, ist nicht möglich“, sagte sie. Es habe eine Trägerberatung gegeben, in denen Änderungen mitgeteilt wurden. So gäbe es nunmehr kleinere Bauabschnitte, die von Verkehrsteilnehmern besser umfahren werden könnten. Daneben solle es eine Sonderregelung für den alten Radweg in Genthin-Wald geben. Dieser solle zur Sonderbefahrung als Entlastungsbereich genutzt werden können.

Sonderlösung

Eine Sonderlösung werde für die Rathenower Heerstraße erarbeitet. „Dort ist durch das Baugebiet die Nutzungsfrequenz gestiegen.“ Zudem befinde sich dort der Trinkwasser- und Abwasserverband, der im Hinblick auf Noteinsätze berücksichtigt werden müsse. Hauptänderung der bisherigen Pläne sei aber, dass der Bereich zwischen B 107 und Brettiner Chaussee nun nicht mehr unter Vollsperrung gebaut werden solle. „Es ist geplant, dass eine Fahrbahn offen bleiben soll und eine Ampelregelung eingerichtet wird.“

Gespräche gäbe es zudem mit gewerblichen Anliegern in der Ziegeleistraße und im Chemiepark, da Teile des des Verkehrs in diesem Bereich möglicherweise über gemeinsame Wege geleitet werden sollen. Auch sind Informationstermine geplant. Die Stadträte werden Anfang März seitens der Landesstraßenbaubehörde über den Ablauf der Bauarbeiten informiert. Etwa eine Woche später soll es im Stadtkulturhaus eine Informationsveranstaltung geben, die sich insbesondere an die Gewerbetreibenden richte.

Die Fachbereichsleiterin rechnete in der Sitzung mit einer Dauer der Bauarbeiten von Ende März bis etwa August. Für den Ausschussvorsitzenden Marc Eickhoff (LWG Fiener) war es ein Erfolg, dass einige Änderungen in Planungen eingerbeitet wurden. „Es ist für uns immer schwierig, Baumaßnahmen zu begleiten, bei denen wir nicht Herr sind.“ Er hoffte, dass die Belastungen gering gehalten werden.