Genthin l Nach den Schmierereien an einer Wand der Gaststätte "Lindenhof" in Genthin, ermittelt die Polizei in einem Strafverfahren. Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonnabend Davidsterne, ein Hakenkreuz sowie weitere Schriftzügen über eine Gesamtbreite von acht Metern an eine Wand gesprüht.

Der geschädigte Gastronom Sebastian Haas, meldete sich nach der Berichterstattung über den Vorfall bei der Volksstimme und ärgert sich nicht nur über die verschandelte Wand, sondern auch über die mediale Präsenz der Sache. „Die Polizei war nach der Entdeckung der Schmiererei gerufen worden, um Ermittlungen zu ermöglichen, nicht damit der Vorfall in der Berichterstattung erscheint.“

Gastronom ist verärgert

Für den Genthiner Gastwirt, ist es unverständlich, warum die Schmiererei nunmehr solche Kreise zieht und auch er angegriffen wird. Haas widerspricht der Darstellung der Polizei, dass bei ihm der Spielfilm „Verloren in Klessin“ gezeigt wurde und die Schmierereien dadurch begründet seien: „Richtig ist, dass es eine Einmietung von Mitwirkenden des Filmes gab, eine Vorführung gab es nicht.“ Der mit zahlreichen Laienschauspielern gedrehte Spielfilm hatte am Sonnabend im Genthiner Union Kino Premiere und thematisiert das Kriegsende im Mai 1945 in Tangermünde.

Während der Premiere hat es im oder vor dem Kino keinerlei Zwischenfälle gegeben. „Es war die zweite Premiere des Filmteams in unserem Haus und es war problemlos“, sagt Kinobetreiber Lars Hoffmann. Regisseur Heintje Peter, bestätigt, dass die Premiere reibungslos verlaufen sei. „Der Film wurde zwei Mal gezeigt, allerdings nur im Genthiner Kino, eine weitere Veranstaltung gab es nicht.“ Von den Schmierereien an der Gaststättenwand habe er gehört: „Ich denke aber nicht, dass es etwas mit mir oder der Produktion zu tun hat.“

Peter geht davon aus, dass es sich um private Zwistigkeiten von mit dem Film verbundenen Personen handelt. Eine Vermutung, die seitens der Polizei weder bestätigt noch verneint wird. Dort gehe man allen Hinweisen nach, die nach dem Zeugenaufruf in der Presse eingegangen seien. Allerdings legen Vermutungen von Anwohnern nahe, dass eine bestimmte Person aus der Crew beleidigt werden sollte, da sich unter den Schmierereien auch ein Name befunden habe.

Die Wand hat Sebstian Haas mittlerweile neu gestrichen. „Ich habe jetzt den Schaden im doppelten Sinne, einmal musste ich die Wand herrichten und daneben werde ich angefeindet, weil Leute denken, ich hätte im Saal einen Kriegsfilm gezeigt und damit eine bestimmte Klientel angezogen.“ Das sei nicht der Fall gewesen. Auch habe es seitens der Gäste keine politischen Äußerungen oder Betätigungen gegeben. „Die Schmierereien treffen mich ohne Grund.“