Das ist die GemüseAckerdemie

Die GemüseAckerdemie ist ein mehrfach ausgezeichnetes Bildungsprogramm.

Gegründet wurde die GemüseAckerdemie 2014 vom Agrarwissenschaftler und Volkswirt Dr. Christoph Schmitz.

Nachdem er ein Sozialunternehmen in Ghana ins Leben gerufen hatte, kam ihm die Idee eines Programms in Deutschland, das die Wertschätzung der Lebensmittel fördert.

Im Frühjahr 2014 erhielt das Schulgartenprogramm seinen Namen GemüseAckerdemie und die dazugehörige Möhre „Orangela“ als Markenzeichen.

Kinder erleben bei dem Programm, wo Lebensmittel herkommen und wie man sie anbaut, entwickeln mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel.

Beteiligen können sich Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen. Sie werden bei der Einrichtung und Bewirtschaftung des Schulgartens professionell betreut.

Hinter dem Programm steht der Verein Ackerdemia in Potsdam.

2016 bekam das Programm das Werkstatt-N-Siegel des Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung und 2018 gab es das Projekt-Nachhaltigkeit-Siegel des Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung.

Genthin/Burg l Kartoffeln, Karotten, Äpfel oder Birnen. Die Obst- und Gemüseregale im Supermarkt sind zum Bersten gefüllt, im Überfluss geht oft unter, wie viel Arbeit es braucht, bis Lebensmittel erst in den Handel, später auf unsere Tische kommen.

Verein bietet Plätze an

Welche Arbeit in Gemüsebeeten notwendig ist, lernen Kinder in dem Projekt „GemüseAckerdemie“. Hinter dem Programm steckt der Verein „Ackerdemia“ aus Potsdam, der bereits an bundesweit 400 Schulen tätig ist. Nun bieten die Potsdamer auch zehn bezuschusste Plätze im Bildungsprogramm für das laufende Jahr an.

„Die Kinder lernen über ein Jahr hinweg nicht nur theoretisches Wissen über Lebensmittel, Nachhaltigkeit und ökologischen Anbau, sondern bewirtschaften selber eine Fläche mit verschiedenen Gemüsearten“, erklärt Lydia Ruwe, Sprecherin des Potsdamer Vereins.

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Fortbildung ist Teil des Programmes

Der Verein stelle die Grundlagen, etwa Saatgut, auch umfangreiches Bildungsmaterial für den Unterricht und steht den Teilnehmern vor Ort zur Seite. „Wir richten gemeinsam eine Ackerfläche auf dem Schulgelände ein, die Lehrer werden von uns fortgebildet und die Kinder erhalten erste Einblicke in das Thema Gemüseanbau“, umreißt Sarah Eisinger, Ackerdemia-Regionalmanagerin Sachsen für Sachsen-Anhalt und Thüringen, die Projektzeit bis Ende April.

Danach gehe es in die Vollen. Nach der Bepflanzung der Beete geht es bis Oktober pro Woche eine Doppelstunde auf den Acker. „Die Kinder pflanzen, pflegen, ernten und probieren das Gemüse“, sagt Sarah Eislinger.

Einsatz im Unterricht

Dazu gehören auch ein Erntedankfest und die Vermarktung und Verarbeitung der eigenen Ernte. Bis Jahresende werde dann im Unterricht etwa über Lebensmittelversorgung und deren Verschwendung gesprochen. Das dieses Programm im Unterricht und bei den Schülern erfolgreich ist, bestätigt Detlef Degen, Lehrer an der Thomas-Müntzer-Oberschule im Brandenburgischen Ziesar.

„Besonders die Schüler der 1. und 2. Klasse sind Feuer und Flamme für das Gärtnern.“ Auch im Unterricht seien vom Verein gestiftete Materialien, etwa zur Bestimmung von Pflanzen oder Videos zum Beackern der Beete, genutzt worden. Bereits seit einigen Jahren nehme die Schule in Ziesar an dem Programm teil und es habe viele positive Effekte.

Viel Engagement nötig

„Allerdings darf man nicht vergessen, dass die betreuende Kollegin, die Kinder und auch engagierte Eltern viel Zeit investieren.“ Das sei zu bedenken und auch ein finanzieller Aufwand ist nötig. Lydia Ruwe erläutert: „Der Großteil der Programmkosten wird von externen Förderern und Unterstützern getragen, aber jeder Lernort leistet einen Eigenanteil, der zu seinen Möglichkeiten passt.“

Ziel sei es, dass es für jede Schule und Kita möglich werde, die „GemüseAckerdemie“ einzuführen. „Mit zunehmender Erfahrung der Lernorte wird das Programm günstiger, da weniger Unterstützung benötigt wird.“ Derzeit sind Schulen, Horte und Einrichtungen, denn auch Jugendhäuser könnten teilnehmen, in Genthin und Burg noch zurückhaltend.

Zurückhaltung bei möglichen Teilnehmern

„Eine interessante und durchaus nachhaltige Möglichkeit zur Beschäftigung mit dem Gärtnern ist das Projekt in jedem Fall, auch wäre die Vernetzung nach Potsdam interessant“, macht Ronny Harzendorf, Leiter des Jugendhauses „Thomas Morus“ in Genthin auf zwei Vorteile aufmerksam. „Wir haben allerdings unser hauseigenes Gartenprojekt gerade mit anderen Fördergebern umgesetzt“, fügt er hinzu.

Wer dabei sein möchte, kann den Verein über ein Kontaktformular auf dessen Internetseite unter „Mitmachen“ anfragen. Aktuell hat der Verein noch zehn bezuschusste Plätze für Schulen und Kitas zu vergeben. Mehr Infos.