Genthin l Die Elbmetropole Dresden steht in diesem Jahr im Mittelpunkt einer Erlebnis-Rallye, die Herbst starten soll. Jugendliche aus Genthin, Jerichow und Elbe-Parey sollen dabei über eine Mischung aus Kultur- und Geschichtsangeboten an die Themen „Demokratie“ und „Mitbestimmung“ herangeführt werden.

Jugendliche schlugen Reise vor

„Der Wunsch zu dieser Reise kam von den Jugendlichen selbst“, erläuterte Jungendhausleiter Ronny Harzendorf im Namen der Organisatoren. Die Jugendlichen sollen sich mit den Kulturstätten der Stadt, unter anderem der Frauenkirche und dem Zwinger, beschäftigen. Zudem sei eine Fahrradtour auf den Spuren der Vergangenheit geplant. „Wir wollen uns aber auch mit der aktuellen politischen Diskussion in Dresden beschäftigen“, so die Organisatoren. Dazu gehören auch fremdenfeindliche Tendenzen oder die Skepsis gegenüber Repräsentanten des Staates.

Auch die Möglichkeiten zur Mitwirkung werden erörtert. „In mehreren Workshop beschäftigen wir uns mit unserem Regierungssystem und den Möglichkeiten, die sich den Menschen für ihre Beteiligung am politischen Leben bietet, auch die politische Jugendbeteiligung wird Thema sein.“ Die Reise, die der Regionale Arbeitskreis Jugendarbeit (Raja) trägt, wurde vom Begleitausschuss für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ mit rund 8000 Euro gefördert. In Schulen und Einrichtungen wird demnächst für die Fahrt geworben, die von fünf Betreuern und vor Ort von Fachleuten begleitet wird.

Epochen der Geschichte im Blick

Seit einigen Jahren wird die Erlebnis-Rallye im Genthiner Raum für Jugendliche angeboten. Sie beschäftigten sich in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und reisten dafür nach Berlin und Leipzig. Ein Projektantrag der Grundschule Schlagenthin stieß auf mehr Widerstand seitens des Gremiums. Der kurzfristig eingebrachte Antrag sah vor, dass für rund 4000 Euro ein mehrtägiges Afrikaprojekt in der Schule stattfinden sollte.

Unterstützt vom örtlichen Heimatverein und einem Experten aus Hamburg sollte das Projekt einen Trommel- und Tanzworkshop beinhalten, sowie die Entstehung eines Wandbildes mit afrikanischen Motiven. „Mit der Aktion wollen wir das Zusammenleben fördern und das Verständnis für andere Kulturen fördern“, erläuterte Schulleiterin Gabriele Tusch.

Afrika nicht verkitschen

Auch solle mit einer Abschlussveranstaltung eine Gemeinschaftsaktion für das Dorf initiiert werden. Jedoch gab es relativ schnell Kritik an dem Konzept. „Es besteht die Gefahr, dass das Projekt den Kindern ein verkitschtes Afrikabild vermittelt“, gab etwa Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) zu bedenken, der für die Verwaltung im Gremium zugegen war. Auch der Hinweis der Schulleiterin auf die Beschäftigung mit afrikanischen Problemen im Unterricht half nichts. Nach einer langen nichtöffentlichen Beratung wurde das Projekt abgelehnt.

„Wir können die Mittel in der beantragten Höhe nicht freigeben, da das Projekt nicht den Richtlinien entspricht“, erklärte Elke Förste, Mitarbeiterin des Demokratie-leben-Trägers AWO. Leider sei der Antrag zu kurzfristig eingegangen, als dass eine vorangehende Beratung hätte erfolgen können. Schulleiterin Tusch zeigte sich nach Ablehnung enttäuscht, kündigte aber an, sich erneut mit Möglichkeiten zur Finanzierung des Projektes zu beschäftigen.

Mit der Ablehnung machte der Begleitausschuss auch für künftige Antragsstellungen deutlich, dass Trommel- oder Zirkusprojekte, die gern von Grundschulen eingereicht werden, künftig nur noch mit maximal 600 Euro gefördert werden.