Bergzow l Den Landwirten Jörg Schulze-Wext und Daniel Ladwig ging am Montagabend wohl das Herz auf, als sie die Traktoren auf dem Gelände von Landwirt Jörg Schulze-Wext sahen. „83 Fahrzeuge aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben sich hier versammelt, um in der Nacht zur Sternfahrt nach Berlin zu starten“, so der Landwirt. Er stellte aber klar, dass „wir Berlin nicht in ein Chaos versetzen, sondern einfach auf uns und unsere Probleme aufmerksam machen wollen“.

Die gestrige Demonstration der Landwirte war die größte, die Deutschland bisher gesehen hat. Daniel Ladwig, der seinen Betrieb selbst mit drei Traktoren in die Sternfahrt einbrachte, ist sich sicher: „So einig und mit diesem Zusammenhalt waren sich die Landwirte in Deutschland noch nie.“ Jörg Schulze-Wext kann dies nur bestätigen: „Ideologie macht nicht satt.“ Dieses Schild haben viele der 83 Landwirte gut sichtbar an ihren Traktor gehängt. Jörg Schulze-Wext: „Dieser Satz bringt unser Anliegen auf den Punkt.“

Tiere dürfen nicht darunter leiden

Viele der Landwirte haben zu Hause auch noch Tiere, die versorgt werden müssen. „Da gehört dann schon einiges dazu, um sich trotzdem an dieser Sternfahrt beteiligen zu wollen“, so Jörg Schulze-Wext. Denn die Tiere zu Hause sollen nicht unter der Beteiligung an der Demonstration leiden.

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Viele der Landwirte, auch von nahe der niederländischen Grenze, hatten sich schon in der Nacht zum Montag auf den Weg gemacht. Bei Jörg Schulze-Wext in Bergzow wurden sie versorgt und konnten sich ausruhen, bevor es in der Nacht zum Dienstag auf die Fahrt nach Berlin ging. Am Abend wurden alle 83 Traktoren in einem Halbkreis aufgestellt und die Lampen angemacht. Es folgte ein minutenlanges Hupkonzert. Nach der Demonstration in Berlin ging die Fahrt dann wieder zurück in ihre Heimatorte. Für manche auch noch mal mit einem kurzen Zwischenstop in Bergzow.

Landwirte fordern ein Mitspracherecht

Mitspracherecht zum Beispiel bei den Düngeverordnungen oder beim Thema Pflanzenschutz, das ist es, was die Bauern wollen, auch um zu verhindern, dass noch mehr Höfe sterben. „Sollten wir in Berlin keine Erfolge erzielen können, machen wir weiter. Wenn es nicht anders geht, dann fahren wir auch bis Brüssel“, versprechen die beiden Bergzower Landwirte.