Mützel l Als die heute 13-jährige Jasmin Strozinsky vor vier Jahren bei einem Tag der offenen Tür das erste Mal einen Pferdestall von innen gesehen hat, war es um sie geschehen. Sie wollte sich fortan unbedingt noch viel mehr mit Pferden beschäftigen. Und wohin ging dann die Überraschungsfahrt, bei der ihr die Augen verbunden wurden, für ihr nächstes gutes Zeugnis? „Unterwegs dachte ich, Moment mal, die Kurve kennst du doch“, erzählt Jasmin. „Da war mir klar, wohin es ging: zu dem Stall, in dem ich mit der Schulklasse schon mal war.“

Spätestens, nachdem Jasmin vor gut einem Jahr zu ihrem Vati nach Bergzow gezogen ist, ist ihre komplette Freizeit mit Pferden und dem Pferdesport ausgefüllt. Jeder Cent Taschengeld, den sie bekommt, fließt in ihr Hobby. Mindestens dreimal in der Woche ist Jasmin im Pferdestall. Schließlich muss und vor allem will sie sich auch um „ihr“ Pferd, an dem sie eine Reitbeteiligung hält, kümmern: schauen, ob es ihm gut geht, Ausreiten, für ein Turnier trainieren, die Box ausmisten und natürlich auch mit ihm schmusen.

Ohne Fehler, 7,0-Bewertung, fünfter Platz

Seit Jasmin zu den zehn Nachwuchsreiterinnen und -reitern des Reitvereins „Preußen 1754“ Mützel e. V. zählt, steht der Pferdesport für sie an erster Stelle. Denn ehe man turnierreif reiten kann, dauert es eine Weile. Am gestrigen Sonntag durfte Jasmin beim diesjährigen Mützeler Dressur- und Springturnier auf dem Reitplatz des Dorfes eine kleine Spring-Prüfung auf „ihrem“ Atlantic Rain reiten. Und sie ist dabei ohne Fehler geblieben, hat eine 7,0-Bewertung bekommen und damit den fünften Platz belegt. Auch ihre Freundinnen haben sich achtbar geschlagen, so Kristin Heidel, die Öffentlichkeitsbeauftragte des Vereins. Lea Krause auf Lord Lexus und Lea Thom auf Santos haben ordentliche Runden im Dressur-Viereck gezeigt mit jeweils zwei kleinen Fehlern. Paula Heinrich hat auf Kelly mit einem Fehler eine 6,5-Note erhalten. Für Mariam Hadi auf Liz bei der E-Dressur und Alexandra Bensching auf Daylight (ebenfalls E-Dressur) ist es nicht so gut gelaufen, aber es war für beide auch das erste Turnier, an dem sie teilgenommen haben.

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Coronabedingt seien, so Vereinsvorsitzende Kathrin Schuldt, die Vorbereitungen auf das Turnier etwas schwieriger gewesen. Aber, so sagt Kristin Heidel, die Öffentlichkeitsbeauftragte am Sonnabend in einem Gespräch mit der Volksstimme, es lassen sich die coronabedingten Hygienemaßnahmen mit dem Pferdesport recht gut vereinbaren, weil jeder, der mit Pferden umgeht, ohnehin stets viel Platz und Abstände einkalkulieren müsse.

Jasmin wechselt die Reitbeteiligung

Nur die Anzahl der sonst üblichen Starts um die 900 sind an diesem Wochenende coroanbedingt auf 550 reduziert worden. Alle 30 Vereinsmitglieder sind in die Arbeit auf dem Turnierplatz mit eingebunden. Dazu kommen noch einmal viele Helfer, um das jährlich duchzuführende Großereignis gut über die Bühne bringen zu können.

Jasmin Strozinsky wird sich übrigens von Atlantic Rain verabschieden. Denn sie wechselt die Reitbeteiligung zu einem anderen Pferd. Das Abschieds-Ritual wird Atlantic Rain dabei vertraut sein. Denn immer, wenn sie bisher von ihm ging, hat sie ihm erst ein Leckerli und dann ein Küsschen gegeben.

Wer sich für alle einzelnen Ergebnisse der Spring- und Dressur-Prüfungen interessiert, findet sie im Internet unter folgender Adresse: https://www.fnverlag.de/fn-erfolgsdaten/veranstaltung/30266/Unter-Beachtung-der-aktuellen-Auflagen-Muetzel.