Genthin l In „Elbeland“ erzählt Manfred R. Thiel die fiktive Geschichte des Gesindesohns Friedrich Fuchs, der eine Freundschaft zu dem edlen Freiherrn Wolfgang von Plotho entwickelt. Dabei nimmt Thiel Bezug auf Orte wie Genthin Parey, Derben und Jerichow Thiel schildert das Leben der Bevölkerung in all ihrer Gegensätzlichkeit von Arm und Reich. Außerdem fließen zahlreiche historische Ereignisse in die Geschichte ein.

Schwierige Entstehung

„Es war mein bisher schwierigstes Buch“, sagt Thiel. „Allein schon weil man mit keinen Zeitzeugen reden kann, ist die Recherche viel umständlicher, als bei meinen anderen Büchern.“ Doch der Magdeburger Autor bekam tatkräftige Unterstützung aus der Region.

So half ihm zum Beispiel Antonia Beran, die Leiterin des Kreismuseums Genthin, bei seinen Nachforschungen. „Es ist gar nicht so einfach, sich in diese Zeit zurückzudenken“, sagt Beran. Trotzdem habe sie aber gerne ausgeholfen. „Ich habe Herrn Thiel quasi die Grundlagen über das 19. Jahrhundert vermittelt und ihm Infos über die Guts- und Verkehrsgeschichte von damals mitgegeben“, erklärt die Museumsleiterin.

Recherche in historischen Quellen

Außerdem habe sie dem Autor regionale Chroniken, Dokumente und Bücher aus der Epoche zur Verfügung gestellt, mit denen er seine Geschichte unterfüttern konnte. Auch Horst Wedau, Chronist der Gemeinde Ferchland, hat Thiel bei seinen Recherchen unterstützt. „Herr Thiel und ich haben uns ein paar Mal getroffen. Ich habe ihm reichlich Material über die Geschichte der Region zur Verfügung gestellt“, sagt Wedau.

Zudem habe er gemeinsam mit Manfred Thiel die Chronik von Ferchland durchstöbert und dem Autor dabei Hinweise und Erläuterungen gegeben. So haben die beiden Männer beispielsweise Informationen über die Flussschiffahrt, den Fährbetrieb und die fortschreitende Entwicklung der Dampfmaschine gesammelt. Auch der Chronist betonte, wie aufwändig eine Recherche über das 19. Jahrhundert sei: „Es ist grob 120 Jahre her. Das ist eigentlich keine lange Zeit, doch die Unterschiede zur heutigen Zeit sind einfach enorm.“

Schreiben ist Freizeitbeschäftigung

Darüber hinaus ist der Roman mit verschiedenen Postkarten, Fotografien und Zeichnungen bebildert. Letztere hat Thiel sogar selbst erstellt. „Wenn kein Foto zur Verfügung steht oder ich nicht das Recht zur Verwendung habe, dann zeichne ich halt einfach das, was ich brauche“, sagt Thiel.

Der 77-jährige Autor schreibt mittlerweile seit mehreren Jahren Geschichten und Reiseführer und hat auch schon Lesungen gehalten. Für ihn ist es ein Hobby und keine Beschäftigung, um Geld oder Ansehen zu erlangen. „Ich mache das aus Freude am Schreiben. Irgendwie muss man sich ja beschäftigen“, erklärt der ehemalige Kriminaloberkommissar. Und so informiert sich Thiel regelmäßig mit anderen Themen und Orten, um seine Geschichten zu schreiben. Bevor er sich mit „Elbeland“ und dem 19. Jahrhundert auseinandersetzte, griff er zum Beispiel die DDR und die Wende als Themen auf.

Zweiter Teil in Arbeit

Wie in seinem aktuellen Buch verschmelzen in „Blühende Landschaften - vom Sozialismus zum Kapitalismus“ und in „Wendewege“ fiktive Charaktere mit historischen Hintergrundinformationen.

In etwa ein bis zwei Wochen können interessierte Leser ins „Elbeland“ eintauchen – dann wird es den Roman zum Beispiel bei „Buch und Papier“ in Genthin oder bei Thalia in Magdeburg geben. Mit der Arbeit am zweiten Teil habe er übrigens auch schon begonnen, verrät Manfred R. Thiel.