Genthin l Rettungsschwimmer Elko Bernau und Adrian Frenzel sind am Donnerstagnachmittag die einzigen, die die beschauliche Ruhe am Zabakucker Strand durchbrechen. Sie ruft die Pflicht auf den Plan, vor dem Saisonstart am 15. Mai Vorbereitungen für einen ordnungsgemäßen Badebetrieb treffen. Die Edelkrebse haben vor einigen Tagen die Plattform verankert, Bernau und Frenzel setzen nun Begrenzungsbojen die den Nichtschwimmerbereich markieren. Beide nutzen ihren arbeitsfreien Nachmittag dafür. „Anders funktioniert es nicht“, sagt Elko Bernau.

Demnächst steht der Bau eines Schuppens auf dem Plan, in dem Rettungsgeräte und Matten ihren Platz finden werden. „Wir wollen so unseren Wachturm etwas entlasten“, erklärt Bernau.

Seit fast 20 Jahren lässt sich Elko Bernau wie Andy Gamalski, Robert Franz und Ingo Bernau als ehrenamtlicher Retter in Zabakuck in die Pflicht nehmen. Noch immer schwärmt er von dem 500 Meter langen, 150 Meter breiten und zehn Meter tiefen Gewässer: „Für uns Rettungsschwimmer ist das Gewässer nahezu ideal, weil er so schön breit ist, ist die Sicht sehr gut.“

Bilder

Trotzdem stehen Elko Bernau, mitverantwortlich für die Dienstplanung, vor dieser Saison Sorgenfalten im Gesicht. Denn es gebe aktuelle personelle Engpässe. Drei jungen Retter, die im vergangenen Jahr rund um die Uhr Dienste geschoben haben, werden in dieser Saison bedingt durch Lehre und Studium nicht mehr voll zum Einsatz kommen können. „Die 17- und 18-Jährigen brechen mir in dieser Saison weg, ich hoffe allerdings, dass sie noch stundenweise oder auch in ihren Ferien vor Ort sein können“, meint Bernau.

Im vergangenen Jahr konnte er für die Beaufsichtigung des Badebetriebes noch 13 bis 15 Ehrenamtliche einteilen, für die kommenden vier Monaten werden es nach jetzigem Stand zwölf sein. Für Zabakucker Badegäste besteht deshalb allerdings kein Grund zur Beunruhigung. Auch wenn es personell eng werden könnte, werden die Rettungsschwimmer der DLRG wie in den Vorjahren zuverlässig über die Sicherheit der Badegäste wachen. Darauf gibt Elko Bernau im Namen seines Teams sein Wort.

In welchem zeitlichen Umfang sich das Engagement der Retter in dieser Saison bewegen wird, vermag auch ein alter Hase wie Elko Bernau jetzt noch nicht abzuschätzen. Die große Unbekannte ist und bleibt das Wetter.

1000 Einsatzstunden sind drin

In der Vorsaison werden die Wochenende von 10 bis 14 Uhr mit maximal zwei Rettern besetzt. Pfingsten, Himmelfahrt und in der Woche nach Absprache - so sieht die vorläufige „Einsatzstrategie“ aus. Das Einsatzhoch liegt dann in den Ferien.

Das vergangenen Jahr sei nach den Worten von Elko Bernau bezüglich der Einsatzstunden „nicht so doll“, gewesen. 590 Stunden waren die Rettungsschwimmer vor Ort.

Bei einem guten Sommer könnten bei insgesamt 120 Tagen, darunter 90 Sonnentage, schon 1000 Einsatzstunden auf uns zukommen, macht Bernau aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre eine Rechnung auf.