Genthin l Nachdem abschließend die Kehrmaschine noch einmal darüber gefahren ist, konnte jetzt auch die bis dato noch halbseitig gesperrte Fahrbahn auf der Straßenbrücke über den Elbe-Havel-Kanal wieder für den rollenden Verkehr freigegeben werden. Was nicht jeder auf den ersten Blick mitbekommen hatte, war, dass es hierbei nicht in erster Linie um die Instandsetzung der eigentlichen Fahrbahn, sondern um die der beiden Fahrbahnübergänge des Brückenbauwerkes ging. Diese Fahrbahnübergänge sollen Verformungen durch Temperaturunterschiede und Bewegungen des Brückenüberbaus gegenüber den Brückenenden ausgleichen.

Wie Sven Brückner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel am Donnerstag bei der abschließenden Abnahme der Arbeiten gegenüber der Volksstimme erklärte, hätten die alten nicht mehr den nötigen Spielraum bereitgestellt.

Parallel, planmäßig und ohne Pannen

Wie die Fachleute der verschiedenen Gewerke diese Arbeiten parallel zu der Sanierung der Straßen der Wasserturmkreuzung planmäßig und ohne Pannen ausgeführt hätten, nötigt Sven Brückner Respekt ab. Gemeint war damit die beauftragte Firma P + S Pflaster- und Straßenbau GmbH aus Sachsen, Geschäftsbereich Brücken- und Betoninstandsetzung. „Die Leute haben wieder einmal top gearbeitet“, sagt er der Volksstimme beim abschließenden Prüfungs-Gang über die Brücke.

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Auf der nun nichts mehr von diesen doch aufwendigen Spezialarbeiten kündet. Für Bauleiter Sandro Richter ist dieses Arbeiten auf hohem Niveau Routine. Sind doch die Teams dieses Geschäftsbereiches der Firma schon länger bundesweit mit solchen komplexen Instandsetzungsaufgaben beschäftigt. Das Lob von Brückner quittiert er aber trotzdem mit einem erfreuten Lächeln.

Brückner weist indes auf die Kalottenlager der Brücke hin, die auf der einen Seite hätten ausgetauscht werden müssen. Nach gut 20 Jahren waren diese Spezialbauteile arg verschlissen. Die neuen Brückenlager kommen von Maurer Söhne aus München, einer Stahlbaufirma, die unter anderem Brückenlager und Dehnfugen für große Brückenbauwerke weltweit liefert.

Belastungen gut standgehalten

Die Lager auf der anderen Seite der Genthiner Brücke hätten aber den Belastungen der Tausenden, täglich über die Brücke rollenden Laster und Autos gut standgehalten und tun nun auch weiter ihren Dienst.

An den beiden Uferseiten unterhalb der Brücke fallen orangefarbene Pfeiler auf. „Auf diese Pfeiler“, so Sven Brückner, „werden Spezialmessgeräte aufgesetzt.“ Zwei Mal im Jahr werden auf diese Art und Weise die Widerlager in ihrer Bewegung gemessen. Werden dabei Abweichungen von der vorgeschriebenen und technisch notwendigen Norm festgestellt, kann bei Bedarf gehandelt werden.

Die Genthiner Straßenbrücke, für deren Unterhaltung das im September dieses Jahres neu aus den Ämtern Berlin und Brandenburg gebildete Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel zuständig ist, ist als Neubau 1999 in Betrieb gegangen. Berücksichtigt worden sind bei diesem Neubau die nötigen Durchfahrtshöhen für alle möglichen Schiffsarten, die den Elbe-Havel-Kanal nutzen können.