Kirchenbau

Sanierung geht weiter

Die Sanierung der Karower Barockkirche geht weiter. Jetztz gab es einen weiteren Scheck.

Von Sigrun Tausche

Karow l Es war ein Riesenereignis für das kleine Dorf: Etwa 500 ehemalige Schüler der Jahre 1951 bis 1999 und etwa 20 ehemalige Lehrer feierten am Vorabend des Erntefests ein überwältigendes Wiedersehensfest. „Ich hatte im Vorfeld um eine Überweisung von fünf Euro pro Person gebeten“, berichtet Ilona Höpfner, die schon sehr lange nicht mehr in Karow wohnt. Knapp 500 Ehemalige haben eingezahlt, einige auch noch direkt am Abend des Treffens.

Ein Teil des Geldes wurde verwendet, um die Kosten des Treffens zu decken, doch längst nicht alles wurde benötigt. Schon damals hatten sie und ihr Organisations-Partner vor Ort, Reinhard Forkert, versprochen, dieses Geld für einen guten Zweck in Karow zu spenden.

Wofür – diese Entscheidung fiel nicht schwer, denn die Sanierung der Kirche ist derzeit nicht nur das größte Projekt in Karow, sondern es ist vor allem auch das Projekt von Helmut Müller, der Lehrer an der Karower Schule war und das Treffen nicht mehr miterleben konnte, weil er einige Monate zuvor verstarb.

Die große Kirche, die einst schon beinahe dem Verfall preisgegeben worden war, ist inzwischen wieder zu einem Schmuckstück geworden. Nur innen gibt es noch viel zu tun und es ist viel Geld notwendig, um Decke, Empore, Wände, und Gebälk denkmalgerecht zu sanieren.

Dieses Jahr soll es damit nun endlich losgehen, kündigte Michael Krüger, seit vergangenem Jahr Vorsitzender des Fördervereins Barockkirche Karow, an. Wann genau es soweit ist, hänge von den Fördermitteln ab. Zwar gebe es die Zusage, dass Mittel aus dem Leader-Programm fließen werden, jedoch seien die Antragsformulare für die neue Förderphase noch immer nicht da. Es werde wohl Mai werde, ehe es soweit ist und die Fördermittel dann wirklich beantragt werden können.

Ein großer Teil der Kosten müsse natürlich aus anderen „Töpfen“ gedeckt werden, unter anderem auch aus Mitteln des Fördervereins. Deshalb ist weitere finanzielle Unterstützung immer willkommen.

Aber auch Muskelkraft sei gefragt, betonte Birgit Baumgärten, 3. Vorsitzende des Fördervereins. Denn was möglich ist, solle in Eigenleistung gemacht werden, um Kosten zu sparen. Fachliche Tätigkeiten werden das freilich nicht sein – wegen der Fördermittel und vor allem wegen der denkmalgerechten Ausführung – aber auch drumherum wird es noch genug zu tun geben. Dazu zählt vor allem das Ausräumen der Kirche. Das Gestühl vor allem muss raus, und es muss irgendwo sicher untergestellt werden, möglichst nicht allzu weit weg. „Da suchen wir immer noch eine Möglichkeit“, sagen Birgit Baumgärtel und Michael Krüger. „Wir wären dankbar, wenn uns jemand helfen kann!“ Eine große, abschließbare Scheune wäre toll.

Eines ist sicher: Beim nächsten Karower Schultreffen werden die Teilnehmer beim Dorfrundgang die auch innen restaurierte Kirche besichtigen können. „Eigentlich wollte ich dieses Treffen ja nicht wiederholen“, sagte Ilona Höpfner. „Aber nach dieser großen Freude... Wie sich alle umarmt haben und glücklich waren, sich wiederzusehen – da haben wir uns überlegt, es alle fünf Jahre zu machen.“

Einmalig werde dieses Treffen im vergangenen Jahr dennoch bleiben, sind sie und Reinhard Forkert überzeugt. Denn es war das erste, und das so viele Jahre nach der Schließung der Schule.

Schön war, dass es einen Tag vor dem Erntefest stattfand, an dem ganz viele dann auch noch teilgenommen haben. Und viele haben sich vorgenommen, sich nun regelmäßig beim Erntefest zu verabreden, weiß Ilona Höpfner. So wird dieses Fest, dass ohnehin schon seit vielen Jahren ein großer Besuchermagnet war, künftig regelmäßig noch mehr Gäste haben.