Stichwort: Sanierung

Im Sommer 2017 erhielt die Stadt Genthin eine Bewilligung für die 100-prozentige Förderung der Sanierung des Wasserturms über 1,22 Millionen Euro.

Für die Instandsetzung des technischen Denkmals musste das bestehende Stadtentwicklungskonzept 2017 um den Wasserturm als einen Teilbereich der Altstadt erweitert werden.

Bei der Sanierung wird es um Betoninstandsetzungsarbeiten an der Tragkonstruktion gehen. Altbeton-Teile und lose Betonteile müssen entfernt und ersetzt werden.

Genthin l Eigentlich sollte die Sanierung des Genthiner Wasserturms bereits im Gange sein. Allerdings ist das Bauvorhaben derzeit auf Eis gelegt.

Angebote treiben Preis

Grund sind explodierende Kosten, die sich nach den ersten Angeboten der Baufirmen abzeichnen. Dagmar Turian vom Fachbereich Bau/Stadtentwicklung informierte am Montagabend im Bau- und Vergabeausschuss über den aktuellen Stand der Vorbereitungen der Sanierung. Demnach sei eine öffentliche Ausschreibung der geplanten Sanierung erfolgt.

Bei der Auswertung der Angebote habe sich gezeigt, dass sich die Kosten für die Bauarbeiten auf mehr als zwei Millionen Euro erhöhen würden. Bislang war von Kosten von etwas über einer Million Euro ausgegangen worden, die durch Fördermittel von Bund und Land zu 100 Prozent gedeckt werden sollten. Grund für die gestiegenen Kosten seien die immer weiter steigenden Preise, die im Baugewerbe verlangt würden.

Baubranche ausgelastet

Die Baubranche ist dank voller Kassen und niedrigster Zinsen mehr als ausgelastet, die Konkurrenz insbesondere bei eher kleinen Bauprojekten nicht so groß, dadurch können deutlich höhere Entgelte verlangt werden. „Für Ministerium und Landesverwaltungsamt ist das keine überraschende Entwicklung, das ist derzeit quer durch Sachsen-Anhalt der Fall.“

Derzeit sei man in Gesprächen darüber, ob über eine erweiterte Förderung im Rahmen des Stadumbau-Ost eine 100-prozentige Finanzierung möglich wäre. Daneben wird eine Beschlussvorlage für den Stadtrat vorbereitet. Der muss in seiner Sitzung am 25. April über die Annahme oder Ablehnung der eingegangenen Angebote entscheiden.

Die Lage ist allerdings verzwickt. Da die Stadt derzeit über keinen genehmigten Haushalt verfügt, ließe sich auch kein Nachtrag beantragen. Bedeutet, selbst wenn der Stadtrat für die Annahme der höheren Kosten stimmen würde, Geld, mit der man diese selbst tragen könnte, wäre nicht vorhanden.

Kein planbarer Baubeginn

 Auch kommt in jedem Fall der Zeitplan für die Sanierung weiter durch- einander. Geplant waren zwei Bauabschnitte in den Jahren 2019 und 2020. Wann es damit nun losgeht, lasse sich schwer sagen, so die Fachbereichsleiterin auf Volksstimme-Anfrage. „Es stehen noch einige Auswertungen und Gespräche mit der Bewilligungsbehörde aus, so dass ich in diesem Fall noch keinen planbaren Baubeginn benennen kann“, macht Dagmar Turian deutlich und fügt hinzu: „Ich muss die Entscheidung des Stadtrates abwarten, um daraus auch die zeitlichen Belange einschätzen zu können. Egal bei welcher Variante wäre aber ein Baubeginn vor August dieses Jahres nicht zu erwarten.“

Ebenfalls nicht geklärt ist, ob sich der Genthiner Kunstverein, der in den Räumen des Wasserturms Ausstellungen veranstaltet, Malkurse anbietet und Interessierten den Aufstieg auf die Aussichtsplattform ermöglicht, in den kommenden Monaten Aktionen entwickelt, um zumindest das touristische Potenzial des Turmes zu nutzen.