Genthin l Wenn gute Freunde nach einer mehrmonatige n Weltreise mit einem Traumschiff zurückkehren, gibt es viel zu erzählen. Fotobücher werden zusammengebastelt und Souvenirs den staunenden Bekannten präsentiert.

Die Genthiner Schriftsteller Monika und Manfred Helmecke fanden ihr Traumschiff in einem Kreuzfahrtschiff, das sie im vergangenen Jahr über 64.000 Kilometer auf vier Kontinenten in 41 Häfen führte. Fotobücher oder Souvenirs wird man bei ihnen jedoch vergeblich suchen.

Kein Touristen-Gehabe

Nichts mit Foto-Schauen und Plaudereien über anhaltenden Sonnenschein und schöne Strände. Das Ehepaar ist immun gegen Touristen-Gehabe.

Was Helmeckes nach ihrer viermonatigen Weltreise zu sagen haben, liegt hingegen für jedermann nachlesbar gedruckt in einem Buch vor. Es ist ein Buch, mit dem Manfred Helmecke seinen Wirkungskreis als Autor vieler Reiseberichte schließen, vielleicht sogar vollenden will.

Erste nicht selbst organisierte Fahrt

Diese Reise, dafür hat sich Manfred Helmecke ganz bewusst entschieden, sollte so ganz anders als die vorangegangenen sein. Während das Ehepaar bei seinen bisherigen Unternehmungen seinen Traum von Ungebundenheit und Individualität gelebt hat und dabei jeglichen Luxus abschwor, unternahm es diesmal seine erste, von einem Reiseveranstalter organisierte Fahrt. Nicht allein deshalb, wie man meinen könnte, um seniorengerecht und weniger strapaziös als sonst reisen zu können. Oder gar als vorfristiges Geschenk zur Goldenen Hochzeit, die das Ehepaar im vergangenen Monat feiern konnte.

Er habe bei dieser Kreuzfahrt noch einmal jene Plätze in der Welt aufsuchen wollen, an denen er schon einmal war und die er in seinen Büchern beschrieben habe, erzählt Helmecke, der mit seiner Ehefrau seit vielen Jahren auch in Norwegen zuhause ist.

Weltreise bringt Bedenken

So groß sein Wunsch nach dieser „etwas anderen Weltreise“ war , so groß waren offensichtlich auch Bedenken, mit denen er und seine Frau bei der großen Schiffsreise antraten.

Daran lässt er auch die Leser seines Reisetagebuches Anteil nehmen, indem er schreibt: „Wird man, stets die Einsamkeit liebend, es aushalten, tagtäglich mit rund 1000 Menschen auf engstem Raum zusammen zu sein? Wie wird man den unanständigen Luxus eines Kreuzfahrtschiffes überstehen, der fortwährenden kulinarischen Versuchung standhalten?“

Damit erhält der Leser quasi die Eintrittskarte in sein neuestes Buch. Wer sie annimmt, findet Antworten in Schilderungen, Begegnungen und Gesprächen, die Helmecke authentisch und sehr detailreich Tag für Tag festgehalten hat.

Mit 75 Jahren um die Welt

Der Genthiner Schriftsteller sieht diese Kreuzfahrt gern als seine „Abschlussfahrt“ und hätte diese Vokabel gern auch in den Titel seines Neulings aufgenommen. Stattdessen hat er sich für den Titel „Kreuzfahrt - mit 75 um die Welt“ entschieden. Beide Varianten drücken so oder so den Wunsch des Schriftstellers aus, ein ganz persönliches Resümee als Weltenbummler zu ziehen. Und das mit den Erfahrungen eines 75-Jährigen. Der Titel verspricht da sicherlich nicht zu viel.

Man bekäme bei einem Wiedersehen mit Orten, die man bereits vor Jahren besucht hat, ein anderes Gefühl für Entwicklung, versucht Helmecke die vielen Eindrücke der viermonatigen Reise auf den Punkt zu bringen. Darüber hinaus gelingt es dem Autoren, auch ein detailreiches Gesellschaftsbild der Passagiere an Bord zu zeichnen.

Der Heimatstadt verbunden

Auch wenn Manfred Helmeckes jüngster Reisebericht auch aus der Sicht eines älter werdenden Autors geschrieben ist, bleiben er und seine Frau Monika der Öffentlichkeit und ihrer Heimatstadt Genthin in gewohnter Weise treu. So wird das Altenplathower Paar erneut auf der bevorstehenden Leipziger Buchmesse präsent sein. Monika Helmecke wird am 15. März in der Halle 5 am Stand G 510 aus ihrem neuen Norwegen-Krimi „Moltebeeren-Mord“ lesen, der seine Premiere vor wenigen Wochen in der Stadt- und Kreisbibliothek erlebte. Manfred Helmecke liest in Leipzig an gleicher Stelle um 15.30 Uhr aus seinem neuesten Reisebericht. Er machte sich unter anderem mit Reiseberichten aus der Türkei, Kanada, den Vereinigten Staaten, Nepal, Australien und Norwegen eine Namen.

Das Ehepaar Helmecke ist seit 1986 freischaffend tätig.