Genthin l Brütend heiß ist es gegen Mittag auf dem Spielplatz der Genthiner Grundschule Mitte an der Jahn-Straße. Enola, Paula und Christina tummeln sich auf der Rutsche. Der erste Schultag endete für die Zweiklässlerinnen um 11 Uhr. „Natürlich haben wir auf Hitzefrei gehofft“, erklären die Mädchen, deren Betreuung abgesichert war, bis sie den Heimweg antraten.

Auf dem Nachbargelände, auf dem Schulhof des Bismarck-Gymnasiums an den Häusern II und III, herrschte hingegen deutlich mehr Betrieb. Nichts mit Hitzefrei für die Gymnasiasten. Zumindest an den ersten beiden Tagen des neuen Schuljahres setzen Temperaturen über 30 Grad den normalen Schulbetrieb nicht außer Kraft. An den ersten beiden Tage nach den Schulferien müsste ohnehin viel Organisatorisches bewerkstelligt werden, so dass im Gymnasium zunächst von hitzebedingten Einschränkungen des Unterrichts absehen wird. „Wir müssen natürlich die Wetterprognosen im Auge behalten“, sagt Schulleiter Volker Schütte. Bleibt es bei der extremen Hitze, wäre ein verkürzter Unterricht für das Gymnasium eine Option. Ein Unterrichtsblock über 90 Minuten würde dann auf 60 Minuten reduziert.

Alles im Griff: Zeitregime passt

Ein Plan für einen hitzigen ersten Schultag lag in der Sekundarschule „Am Baumschulenweg“ bereits seit Anfang der Woche parat. „Wir wollten uns schließlich nicht überraschen lassen“, sagt Schulleiterin Monika Reinhold. An der Sekundarschule wird in der ersten und zweiten Unterrichtsstunde wie üblich über 45 Minuten gelehrt, dann folgen verkürzte Stunden über 30 Minuten.

„Wir haben alles gut eingetaktet. Pausen, Mittags- und Busabfahrtzeiten passen in dieses Zeitregime. Kein Schüler wird irgendwo rumstehen müssen“, zeigt sich Monika Reinhold zuversichtlich.

Die Schulleitung hat vorausschauend geplant: Um 7 Uhr hatte der Hausmeister gestern in den Unterrichtsräumen bereits Temperaturen zwischen 31 bis 33 Grad Celsius gemessen.

Voll auf Hitze eingestellt gehen auch die Uhland-Grundschüler in das neue Schuljahr.

Das Lehrerkollegium um Schulleiterin Angelika Wiegmann setzt in den ersten 14 Tagen auf einen projektorientierten Unterricht ohne Stundenplan, um der großen Hitzeperiode zu trotzen.

Alles im Lot: Projekt-Unterricht

Unterrichtsangebote werden sich mit Pausen und Erholungsphasen ergänzen. Hausaufgaben wird es während dieser Tage nicht geben.

Den projektbezogenen Unterricht gibt es für die größeren Grundschüler bis um 12 Uhr, für die kleineren wird bereits um 11 Uhr Schluss sein.

Um 11 Uhr war auch bei den Größeren in der Sekundarschule Brettin Schluss. „Yeah, Hitzefrei“, dröhnte es von der Bushaltestelle, wo viele Schüler früher als erwartet abreisten.

„Wir haben den Unterricht verkürzt und nach der vierten Stunde beendet, da es einfach zu heiß war“, berichtete Dorothee Schwuchow. Sie lobte die Möglichkeit, auf die besonderen Wetterbedingungen reagieren zu können. „In jeder Schule gibt es andere Voraussetzungen, daher ist es gut, dass wir eine individuelle Regelung für unser Haus treffen durften.“

Froh über die Möglichkeit, den Unterricht teilweise einzustellen, war auch das Team um Schulleiterin Ute Kliem in der Diesterweg-Grundschule in Altenplathow. „Unsere Räume sind völlig überhitzt, wir hatten bereits am Vormittag in einigen Zimmern Temperaturen von 40 Grad“, sagte sie. Nach der dritten Stunde konnten die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden. Wenn dies nicht möglich war, gab es eine Betreuung.

Früher zu Ende gehen die ersten Schultage auch für die Kinder der Grundschule Grabow. Am Donnerstag und am Freitag ist jeweils nach der vierten Unterrichtsstunde um 11.05 Uhr Schulschluss. „Wir führen an diesen Tagen Projekttage durch“, so Schulleiter Detlef Tamler.

Alles in Ordnung: Eltern erhalten Infos

„In der Grundschule Tucheim ist bis auf Widerruf ab 11.10 Uhr unterrichtsfrei“, erklärte Schulleiterin Cordula Schremmer. Die Eltern haben die Möglichkeit, ihre Kinder abzuholen. Die Betreuung der Mädchen und Jungen ist bis zur Hortübergabe beziehungsweise bis zur Abfahrt des Schulbusses gewährleistet. 24 Stunden vor der Aufhebung dieser Regelung erhalten die Eltern eine Information. Die Versorgung der Schüler mit Wasser ist gesichert.

„Im Grundschulzentrum Güsen ist am Donnerstag und Freitag ab 12 Uhr Schulschluss. Am Montag eventuell auch noch“, erklärte Schulleiterin Carola Rosenmüller. Sollten die Temperaturen in den Unterrichtsräumen zurückgehen, gibt es wieder normale Unterrichtszeit.

Die Sekundarschule Parey verkürzt die Unterrichtsstunden von 45 auf 35 Minuten. Der Schultag endet dadurch um 11.35 Uhr. „Wir entscheiden Tag für Tag, wie lange diese Regelung aufrecht erhalten wird“, so Schulleiter Ingo Koch.