Genthin l Nicht leicht machten es sich die Stadträte, die Entscheidungen zu mehreren vorhabenbezogenen Bebauungs- und Flächennutzungsplänen auf den Weg zu bringen.

Deutliche Zustimmung

Am Ende stimmten für die fünf Beschlüsse jeweils mehr als 20 Stadträte mit „ja“. Das war die deutliche Mehrheit im Stadtrat. Damit können die Betreiber der Schweinezuchtanlage, die LFD-Holding, damit beginnen, die Anlage zu erweitern und zu modernisieren.

Das Unternehmen beabsichtigt, zukünftig den Tierbestand auf 9750 Sauen plus Nachzucht festzuschreiben und avisiert damit Tierplatzzahlen an, die etwa 25 Prozent mehr als den gegenwärtigen Genehmigungsstand ausmachen. Das zieht höhere Gülle- und Transportaufkommen nach sich. Die LFD warb für die Erweiterung indem sie ankündigte, alle zukünftig betriebenen Ställe mit Abluftreinigung auszustatten, um so die Geruchsbelastungen für Gladau deutlich zu minimieren. Für den Gülletransport sollen zukünftig ausschließlich Sattelschlepper eingesetzt werden.

Ortschaftsrat war dagegen

Eine Erweiterung der Anlage solle für die Gladauer mit einer Verbesserung ihrer Lebensqualität verbunden sein. Der Ortschaftsrat Gladau hatte sich mehrheitlich gegen das Ansinnen der LFD gestellt. Im Stadtrat stand die Entscheidung zu Beginn der Sitzung in Frage. Lutz Nitz (Grüne) hatten den Antrag eingebracht, die Tagesordnungspunke zu verschieben.

Seiner Meinung nach sollte der neue Bürgermeister Matthias Günther nach seinem Amtsantritt am 1. Juli in die Entscheidung einbezogen werden und der Vortrag eines Rechtsanwaltes im nichtöffentlichen Teil der aktuellen Sitzung wäre nach erfolgter Entscheidung überflüssig. Das Ansinnen wurde ebenso abgelehnt wie die Anträge zur namentlichen Abstimmung, die Nitz und der Gladauer Ortsbürgermeister Klaus Voth (CDU) einbrachten.

Ernüchterung und Freude

Voth erwies sich erneut als deutlicher Kritiker der von der LFD geäußerten Pläne, machte aber auch erneut deutlich: „Wir haben in Gladau nichts gegen die Schweinezucht in der jetzigen Form, sondern sind gegen die Erweiterung.“ Auch Lutz Nitz trug seine Bedenken vor, für ihn laufe es auf eine Mehrbelastung der Gladauer hinaus. Deutlich für die Beschlüsse positionierte sich die SPD. Helmut Halupka machte deutlich: „Ich stehe zu meinen im Hauptausschuss gemachten Aussagen und befürworte den B-Plan.“

Nach der Entscheidung des Stadtrates gab es unterschiedliche Bewertungen: „Ich bin ernüchtert“, machte der Bündnisgrüne Nitz deutlich.

Ganz anders klang LFD Geschäftsführer Jörn F. Göbert: „Heute war ein guter Tag für die Anwohner in Gladau und Dretzel, unsere Mitarbeiter sowie insgesamt für den Standort Genthin.“