Brettin l „Die Sporthalle steht zur Zeit nicht zur Verfügung, deswegen findet viel Sport draußen statt“, erklärt Schulleiterin Dorothee Schwuchow. Zum Beispiel walken die Schüler über den Schulhof – mit speziellen Walkingstöcken und in Sportkleidung. Der Vorteil: Die Schule liegt in unmittelbarer Nähe zum Wald.

Im Sommer wird bei gutem Wetter der Carport zum Klassenzimmer – der Biologieunterricht findet draußen statt. Die Schule, die aus drei Häusern besteht, kann vorübergehend das Gemeindehaus für den Sportunterricht nutzen. Dort stellen die Kinder Steppbretter auf und trainieren ihre Kondition. Seit Mitte August dauern die Baumaßnahmen an, die Anfang Januar wiedereröffnet werden soll.

Hilfe aus Jerichow

Dass dieser Plan eingehalten wird, darum kümmert sich auch die Einheitsgemeinde Stadt Jerichow. Auch wenn die Gemeinde formal nicht zuständig wäre, verwaltet sie die Schule für den Landkreis, der die nötigen Mittel für Umbau und Ausstattung bereitstellt. Für die Sporthalle war die Gemeinde sogar in Vorkasse gegangen, um früher mit der Sanierung beginnen zu können. Die Sekundarschule in Brettin ist die einzige im Landkreis, die noch durch eine Gemeinde verwaltet wird. „Es ist einfach unser ureigenes Interesse, die Schüler hier zu haben, um Leben in die Gemeinde zu bringen“, sagt Harald Bothe, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow.

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21 Lehrer und eine Schulsozialarbeiterin kümmern sich um die 225 Schüler der Sekundarschule. Zu den Lehrern gehört auch Swen Butze, Technikverantwortlicher der Schule. Er freut sich über die schnelle Internetleitung von 70 MBit, die seit diesem Schuljahr liege. „Wir haben digitale Smartboards und viele Kollegen, auch die älteren, sind bereit, sich über Fortbildungen näher damit zu beschäftigen“, sagt er. Besonders für den Wirtschaftsunterricht wünscht er sich einen Klassensatz Laptops oder Tablets. „Dann wären die Schüler mobil“, begründet er seinen Wunsch.

Wunschzettel

Ebenfalls auf dem Wunschzettel stehen: ein schönerer Schulhof und eine neue Aula. „Es soll ein großer Seilzirkus auf dem Hof entstehen, und die Schüler wünschen sich Sitzgelegenheiten“, sagt die Schulleiterin. Sara Michelle Dieckmann, Schulsprecherin, erklärt: „Wir besprechen im Schülerrat die Ideen, die von den Klassensprechern vorgetragen werden. Für den Schulhof wünschten sich die Schüler, weitere Unterstellmöglichkeiten zu schaffen.“ Butze ergänzt: „Das war ein toter Raum und wir haben Holzarbeiten angefertigt sowie Hochbeete angelegt, um es zu verschönern“.

Für Mitte des Jahres 2019 sei eine neue Aula geplant, erklärt Harald Bothe. Das Geld dafür sei eingestellt, fraglich bleibe nur der Haushalt, fügt Andreas Giebel vom Landkreis an. „Wir haben nur wenig Ausstellungsmöglichkeiten und gerade für den Tag der offenen Tür würde ich mir eine schöne Aula wünschen“, sagt Schwuchow.

Schüler und Lehrer zeigen sich besonders stolz auf ihre Arbeitsgemeinschaften (AGs): etwa die „Streitschlichter“-AG der Schulsozialarbeiterin oder die Leichtathlethik-AG. „Die AGs sind sehr gefragt bei den Schülern, und die Lehrer haben immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche“, sagt die Schulsprecherin.

Herausforderung

Die etwas versteckte Lage der Schule ist eine Herausforderung für etwa 98 Prozent der Schüler, die aus den umligenden Dörfern und Gemeinden anreisen. Wichtig seien daher gute Busverbindungen, einige Schüler reisen im Sommer aber auch mit dem Fahrrad oder Moped an, so Schwuchow. Daher werde jedes Jahr ein Verkehrstag für alle Klassen angeboten. „Beim letzten Mal haben wir Fahrradschläuche gewechselt“, erzählt Butze. Durch eine Alkoholrauschbrille konnten die Schüler testen, wie sich das Fahren nach zu viel Alkohol anfühlen würde.

Als nur einer von zwei Lehrern an der Schule wünscht sich Butze Verstärkung: „Ich würde mir männliche Kollegen wünschen, die gut ausgebildet sind“, sagt er zum Abschluss.