Genthin l Es war erneut ein Rennen für richtig harte Fahrer. Die 24 Stunden von Kalbe verlangten den Teilnehmern alles ab. Aufgepeitscht vom Sound der 56 legendären 50-Kubik-Mopeds der Marke Simson auf der Strecke, vom Rennfieber und von der besonderen Atmosphäre auf dem rund 2,2 Kilometer langen Kurs, kam einen Tag lang keiner zur Ruhe. Zwei Teams aus Genthin waren dabei. Das DMD Racing Team, dass am Ende als dritter durch Ziel ging und der MC Pocahontas, der einen neunten Platz einfuhr. Beide Teams hielten ihre Platzierung vom vergangenen Jahr.

„Wir hatten in diesem Jahr Glück, das Wetter war auf unserer Seite, es gab keinen Regen“, sagt Fahrer Danny Granzow vom Genthiner DMD Racing Team. Und dennoch sei es diesmal eine extrem anspruchsvolle Strecke gewesen, denn in diesem Jahr habe es starke Bodenwellen gegeben oder wie die Fahrer sagen: „Ein Waschbrett“. Da war Konzentration gefragt. Gar nicht so einfach, diese bei einem Rennen über einen Tag zu behalten, noch dazu unter erschwerten Bedingungen. „Wir wollten die Fahrer nach zwei Stunden austauschen, haben die Fahrzeit aber um eine halbe Stunde verlängert.“ Je sechs Starter hatten die Genthiner jeweils auf der Strecke.

Hartgesottene Fahrer auf der Strecke

Und zwar richtig hartgesottene. Etwa Marko Zander vom DMD Racing Team, der nach seinem Durchgang nach nur einer Stunde Schlaf wieder auf der Simson unterwegs war oder der 16-jährige Nick Matthias Asmus, der sich während der Fahrt die Blasen an den Hände aufriss, zum Tapen an die Box fuhr und mit den Worten „geht schon“ wieder auf die Strecke ging. „Echte Fahrer reden nicht viel, die machen“, verrät Anne Wahrenburg-Hofmann, die sich für die Versorgung kleinerer und mittlerer Blessuren verantwortlich zeichnete. Alle Fahrer zeigten extremen Durchhaltewillen vom Start am Sonnabendnachmittag bis zum Zieleinlauf am Sonntag.

Die Genthiner Teams konnten zwischenzeitlich sogar an der Spitze vorweg fahren und ordentlich Tempo vorlegen, mussten sich aber mit verschiedenen Defekten herumschlagen. „Wir hatten echt Kindergartenprobleme, etwa dass eine Zündkerze nicht richtig festsaß“, sagt MC-Pocahontas-Fahrer Danny Grabley. Also hieß es, Zündkerze richten und die verlorene Zeit wieder aufholen.

Simsons müssen Belastungen aushalten

Die Kollegen vom DMD Racing Team mussten sich zwischendurch unter anderem mit einem defekten Hinterrad herumschlagen, dass getauscht werden musste. Nicht die einzige Belastungsprobe für die Mopeds auf der Strecke. „Man darf nicht vergessen, dass die Maschinen 24 Stunden am Stück in Bewegung sind, die Einzelteile mögen getauscht werden, aber jedes Team hat nur eine Simson am Start“, erklärt Oliver Hofmann vom DMD Racing Team. Und noch etwas setzt den Maschinen zu: die unterschiedlichen Fahrer. „Da wechselt man dann von einem 60-Kilo-Fahrer zu einem 100-Kilo-Fahrer, die auch noch einen unterschiedlichen Fahrstil haben, dadurch wird die Maschine deutlich belastet.“

Am Ende lieferten sich die beiden schnellsten Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dass alle Zuschauer wie Fahrerlager in Atem hielt. Und noch etwas faszinierte die Genthiner Teilnehmer: „Es ist echte Volksfeststimmung aufgekommen, trotz Corona-Abstandsregelungen und Zugangsbeschränkungen im Fahrerlager.“ Die Laune bei Zuschauern, wie Fahrern sei selten so gut gewesen, wie in diesem Jahr. „Das war Stimmung pur.“ Die Fairness unter den Fahrern war zudem besonders ausgeprägt. „Wenn jemand liegen geblieben ist, kam immer jemand aus einem anderen Team und hat beim Anschieben geholfen.“

Lob gibt es für die Veranstalter Steffen Jahr und Thomas Archut, die eine Veranstaltung auf die Beine gestellt haben, die ihres Gleichen suche. Daher sind sich die Genthiner Teams sicher: „Nach dem Rennen, ist vor dem Rennen, 2021 sind wir garantiert wieder mit dabei.“