Genthin l Ruhig ist es in Genthin um die vom Magdeburger Fraunhofer-Institut entwickelte 3D-Simulation der Stadt Genthin. Verschwunden ist diese aber nicht. „Das Stadtmodell steht der Stadt Genthin zur Verfügung“, bestätigt Andreas Höpfner vom Magdeburger Fraunhofer-Institut. „Wir würden uns freuen, wenn unsere Arbeitsergebnisse in Genthin bei praktischen Projekten zum Einsatz kommen“, fügt er hinzu.

Höpfner hatte in den vergangenen Jahren, etwa bei Unternehmertreffen im Genthiner Wirtschaftsausschuss oder beim Genthiner Neujahrsempfang, über die Möglichkeiten des Modells „Virtuelle Wirtschaftsregion“ informiert. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Mehrere Kommunen waren bei der Erstellung des Modells eingebunden, neben Genthin etwa Magdeburg, der Landkreis Börde, Schönebeck und Burg. Dadurch waren die Kosten für die Entwicklung überschaubar. Genthin hatte seinerzeit 2500 Euro bezahlt.

3D-Modelle von Gewerbegebieten

Umgesetzt wurden dafür die Gewerbegebiete in Schopsdorf und Genthin, sowie die Innenstadt. Genutzt werden sollte das Material etwa, um Investoren die Stadt zu zeigen. Auch bei politischen Entscheidungen sei das digitale Werkzeug einsetzbar. So könnten Um- und Anbauten simuliert werden, man kann zeigen, wie sich Anpflanzungen entwickeln, da sich das Wachstum von Bäumen und Sträuchern simulieren lässt.

Von Vorteil sei es auch, Sichtachsen bei Gebäudeabrissen oder Neubauten darzustellen, also einen Eindruck über Gegebenheiten zu vermitteln, bevor so etwas beschlossen wird. Somit wäre die Präsentation etwa auch eine Möglichkeit , Standorte für das neue Stadtkulturhaus durchzuspielen oder zu präsentieren, wie die neuen Parkplatze in der Bahnhofstraße in Verbindung mit dem Grünbereich aussehen.

„Das wollen wir auch tun“, kündigt Bürgermeister Matthias Günther an. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das Tool etwa im Bau- und Vergabeausschuss zur Information der Ausschussmitglieder einsetzen.“

Simulation als Werbung für Genthin

Günther wolle mit dem Ausschuss das Fraunhofer-Institut besuchen. „Das Tool wird fortgeschrieben und bietet dadurch noch mehr Möglichkeiten. Unsere Idee ist, dass wir uns als Stadt aktiv in diese Entwicklung einbringen und die Nutzungsmöglichkeiten ausloten.“ Auch böte die Simulation die Möglichkeit für Genthin zu werben. Das macht etwa die Stadt Magdeburg auf ihrer Internetseite. Neben einem Imagevideo ist dort auch ein virtuelles Präsentationsvideo verlinkt.

Begonnen hatte die Umsetzung der Virtuellen Wirtschaftsregion im Genthiner Raum vor fünf Jahren durch den damaligen Genthiner Bürgermeister Thomas Barz, der das digitale Werkzeug damals ebenfalls als gute Möglichkeit für die Städteplanung aber auch als Werbemöglichkeit für Unternehmen sah. Illusionen gab er sich aber nicht hin: „Wir glauben nicht, dass große Euphorie ausbrechen wird“, konstatierte Barz nüchtern. „Aber das Modell ist besser als ein Werbeschild am Ortseingang.