Fienerode l Eifriges Reizen, Drücken und Passen gab es jüngst im Futtermittelhandel Schulz in Fienerode. In spannenden und kurzweiligen Duellen wurde einen Tag lang Skat gespielt. 32 Skatfreunde aus vier Vereinen in Ost und West maßen sich in ihrem Können.

Grand Ouvert geht nach Genthin

„Es waren eine Reihe hochklassige Partien dabei“, bestätigte Uwe Schmidt vom Genthiner Skatclub. Das muss er wissen, denn schließlich gelang es Schmidt, beim Turnier einen Grand Ouvert in Vorhand zu spielen. Für alle Nicht-Skatspieler: Dabei handelt es sich um das höchste Spiel, das es im Skat gibt. „Es ist auch eines der seltensten Spiele, die es gibt“, fügt Schmidt hinzu.

Insgesamt machten die Genthiner bei ihrem Heimspiel eine ordentliche Figur und holten zahlreiche gute Platzierungen und den Mannschaftstitel, übrigens zum dritten Mal in Folge. Dennoch blieben die Genthiner gute Gastgeber, denn den Einzelsieg überließen sie Harald Mamerow aus Lüchow-Dannenberg, der sich mit 2973 Punkten gleich 77 Punkte vor den Zweitplatzierten Detlef Neumann aus Genthin setzte. Glückwünsche kamen unter anderem vom Genthiner Bürgermeister Matthias Günther, der außer Konkurrenz ebenfalls in einer Partie antrat und sich als versierter Skatspieler präsentierte.

Beginn nach Öffnung der Grenzen

Im kommenden Jahr wird der besondere Städtevergleich 30 Jahre alt. Angefangen hatte alles einst nach der Öffnung der Grenzen. Damals suchte Harry Burckhardt vom Genthiner Verein erste Kontakte zu Vereinen in den alten Bundesländern und am 19. Dezember 1989 wurden mit dem Skatklub „Alt & Jung“ in Lüchow erste Gespräche geführt.

Die Einladung des damaligen Vorsitzenden, das Klubgeschehen in Lüchow mitzuerleben, nahmen die Genthiner wahr. So entstand schnell die Idee eines Vergleiches zwischen den Städten. Anfang der 90er wurden auch anderswo Kontakte nach Lüchow geknüpft. „Unser damaliger erster Vorsitzender stammte aus Niedersachsen und so haben wir die Lüchower kennengelernt“, erinnert sich Joachim Herrmann, Vereinschef des Osterburger Skatvereins „Herz-Dame“, an die Anfänge seines Vereines, der nach der Wende ins Leben gerufen wurde.

Gutes Kopftraining

Er sagt: „Skat fördert das Miteinander und macht einfach Spaß.“ Für Angelika Gollnick aus Lüchow-Dannenberg ist ein solches Skatturnier ein gutes Kopftraining. Nur wer sich konzentriert, bekomme am Ende Punkte. „Es ist nur schade, dass es überall sehr schwierig ist, junge Leute in die Vereine zu bekommen“, bedauert sie. Früher sei es gang und gäbe gewesen, dass man die Skatregeln kenne, heute werde dieses Wissen immer weniger.

Gollnick war eine von mehreren Frauen im Turnier. Dass sie anders spielen als die Männer, verneinten alle. „Am besten beim Skat ist das Reizen“, fand etwa Barbara Rost aus Stendal. „Das können Frauen genauso gut wie Männer.“ Seit rund 16 Jahren spielt die Bismarkerin im Stendaler Skatclub „Lustige Buben“ und rührte für das Skatspiel ordentlich die Werbetrommel: „Wenn man einmal mit dem Skatvirus infiziert ist, lässt es einen nicht mehr los.“

Kein Kneipenvergnügen

Ein reines Kneipenvergnügen sei es auch nicht. „Skat ist ein Denksport.“ Man müsse sich sehr konzentrieren, Spielzüge planen und aus dem Spiel heraus kombinieren. Und so werden die Teilnehmer in ihren Vereinen weiter trainieren und bei anderen Turnieren mitmachen, bis sie im Herbst 2020 beim nächsten Städtevergleich wieder antreten werden.